Alternative Studiengänge zur Psychologie

Wer keinen Studienplatz für das Psychologiestudium bekommt, ein berufliches Ziel fernab vom Psychotherapeut vor Augen hat oder noch gar nicht genau weiß, wohin es später einmal (beruflich) gehen soll, für den können auch alternative Studienrichtungen der richtige Weg sein. Nachfolgend stellen wir Studienrichtungen vor, die eine Alternative zum Psychologiestudium darstellen (können).

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Alternative zum PsychologiestudiumPsychologie ist eines der beliebtesten Studienfächer in Deutschland – und das nun schon seit Jahren. Oft sind das Interesse am Menschen selbst, an menschlichen Verhaltens- und Handlungsweisen Grund für das Interesse am Studienfach. Allerdings bleibt jedes Jahr vielen Studienbewerbern der Eintritt ins Studium verwehrt, da eine hohe Nachfrage auch gleichzeitig strenge Zulassungsbeschränkungen mit sich bringt.

Der NC für das Psychologiestudium liegt nahezu an jeder Hochschule bei 1-Komma. Wer schon früh weiß, wohin ihn das Studium führen soll und ein klares – oder zumindest ein ungefähres – Ziel vor Augen hat, kann dieses auch mit alternativen Studienrichtungen erreichen – und das vielfach ohne hohe NCs und viele Wartesemester. Vielleicht willst du dich aber auch einfach mal informieren, welche Studienmöglichkeiten es neben der Psychologie gibt.

Jedoch trifft das nicht auf jene Studieninteressenten zu, die sich eine Karriere als Psychotherapeut mit eigener Praxis und Kassenzulassung wünschen – in diesem Fall gibt es nur einen Weg: Das Psychologiestudium.

1. Alternative: Soziologie

Alternative SoziologieSoziologie untersucht das menschliche Verhalten. Anders als die Psychologie aber nicht das Verhalten und Handeln des Einzelnen, sondern das menschliche Zusammenleben – also das Zusammenspiel mehrerer Individuen in einer Gruppe.

Studium der Soziologie

In den ersten Semestern des Soziologie-Studiums werden die Studierenden mit den Grundlagenfächern und grundlegenden Theorien der Soziologie vertraut gemacht. Hier triffst du auf große Namen wie Karl Marx, Niklas Luhmann oder Ulrich Beck. Großer Bestandteil der Soziologie, und damit auch unablässig für ein erfolgreiches Studium, sind Methoden zur Analyse. Statistik ist hier das Wort, das bei Studierenden häufiger Kopfzerbrechen als Jubelgeschrei auslöst.

Die Soziologie ist ein sehr theoretisches Fach. Ein Aspekt, der vielfach unterschätzt wird und vielen Studieninteressenten gar nicht bewusst ist. Der Einstieg ist aufgrund der vielen theoretischen Texte oft zäh. Mit Voranschreiten des Studiums ändert sich das aber – versprechen Soziologie-Studenten. Das Studium bietet in den höheren Semestern die Möglichkeit der Schwerpunktlegung, um dem Studium eine bestimmte Ausrichtung zuzuweisen. Praktika sind während des Studiums erwünscht, oft sogar Pflicht. Auch Auslandsaufenthalte werden von den Lehrstühlen unterstützt und stellen eine zusätzliche Qualifizierung für den Arbeitsmarkt dar.

Der Fachbereich der Soziologie geht mit der Zeit: Aktuelle Themen und Untersuchungsgegenstand sind daher z.B. der Einfluss von Einwanderern auf die Gesellschaft, die Globalisierung oder die Transnationalisierung.

Berufsperspektiven für Soziologen

Absolventen eines Soziologie-Studiums sind gefragt: vor allem im Bereich Meinungs- und Marktforschung. Aufgrund ihrer analytischen Denkweise und Statistik-Kenntnissen finden Soziologen in vielen Bereichen einen Job. Selbstverständlich spielt hier auch die Schwerpunktlegung im Studium eine Rolle. Mögliche Berufsperspektiven finden sich in den Bereichen politische Beratung, in leitender Position in Alten- und Pflegeheimen sowie in der PR- und Personalabteilungen von Unternehmen.


Psychologiestudium an der SRH Riedlingen

2. Alternative: Kunsttherapie

Alternative KunsttherapieKunsttherapie zählt zur Fachrichtung der „Künstlerischen Therapien“. Sie unterstützt die Fähigkeiten eines Menschen, seine Umwelt direkt über die Sinne wahrzunehmen und zu begreifen. Neben Patient und Therapeut kommt in dieser Therapieform eine dritte Komponente hinzu: Die Gestaltung. Über die verschiedenen Formen der gestalterischen Anwendungen kann der Patient sich ausdrücken und inneren Prozessen Ausdruck verleihen.

Studium der Kunsttherapie

Das Bachelorstudium Kunsttherapie vermittelt zunächst einmal Grundlagen der Kunst in Theorie und Praxis. Hinzu kommen Grundlagen der Kunsttherapie, die Anamnese- Diagnose- und Therapieverfahren einschließen. Weitere Bestandteile des Studiums kommen aus den Bereichen der Psychologie und der Medizin.

Praktika während des Studiums sind üblich und bilden die optimale Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis.

Das Bachelorstudium befähigt Absolventen zur professionellen Ausführung einer kunsttherapeutischen Tätigkeit. Ein anschließender Masterstudiengang vertieft das bereits Erlernte und wird oft mit einem eigenständig organisierten und geleiteten Praxisprojekt begleitet.

Berufsperspektiven für Kunsttherapeuten

Mit dem Abschluss eines Kunsttherapie-Studiums bieten sich dir vielfältige berufliche Möglichkeiten. Abhängig von deinen persönlichen Wünschen und der möglichen Schwerpunktlegung innerhalb deines Studiums bieten sich verschiedene Optionen für den beruflichen Einstieg. Kunsttherapeuten arbeiten z.B. im Bereich Kinder- und Jugendarbeit, der Seniorenbegleitung oder im klinischen Kontext.
Konkrete Arbeitgeber sind beispielsweise:

  • Kliniken für Psychosomatik
  • Reha-Kliniken
  • Krankenhäuser
  • Justizvollzugsanstalten
  • Frauenhäuser
  • Psychologische Dienste an Schulen

In den letzten Jahren hat sich der Einsatz von Kunsttherapeuten auch in den Bereichen Beratung, Coaching und Teambuilding in Unternehmen entwickelt.

3. Alternative: Sozialpädagogik/Soziale Arbeit

Alternative Soziale ArbeitZiel von Sozialpädagogik und Sozialer Arbeit ist es, Menschen bei der Verbesserung ihrer Lebensumstände zu helfen und damit ihre Lebenslage innerhalb der Gesellschaft zu stärken. Sozialpädagogik/Soziale Arbeit umfasst alle Formen der Entwicklung sozialer Unterstützung eines Menschen – besonders in Lebensphasen mit hoher (psychischer) Belastung, z.B. ausgelöst durch krisenhafte Ereignisse.

Sozialpädagogik und Soziale Arbeit werden oft synonym verwendet. Der wesentliche Unterschied besteht aber in der Geschichte der beiden Bezeichnungen: Während die Sozialpädagogik sich aus der Jugendfürsorge entwickelt hat, ist Soziale Arbeit ursprünglich auf die Arbeit in der Armenfürsorge zurückzuführen.

Darüber hinaus gibt es durchaus weitere Unterschiede. Generell ist die Soziale Arbeit meist deutlich breitgefächerter angelegt als die Sozialpädagogik. Um sicher zu gehen, dass alle Erwartungen erfüllt werden und das Studium genau deinen Wünschen und Vorstellungen entspricht, ist es sinnvoll, sich vor Studienbeginn die Studienverlaufspläne und Fachbeschreibungen der einzelnen Hochschulen genau durchzulesen und zu vergleichen.

Studium Sozialpädagogik/Soziale Arbeit

Das Studium startet zunächst mit einem umfassenden Einstieg in grundlegende Theorien und Methoden. Hierzu zählen z.B. Veranstaltungen in den Bereichen Geschichte, Theorien und Methoden der sozialen Arbeit/Sozialpädagogik, den erziehungswissenschaftlichen, psychologischen, soziologischen und rechtlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen sozialer Arbeit/Sozialpädagogik sowie zu kreativen Medien und dem Einsatz der Informationstechnik.

Je nach Ausrichtung des Studiengangs kommen weitere fachbezogene Veranstaltungen hinzu. In höheren Semestern ist eine Schwerpunktlegung üblich, um dem Studium eine bestimmte Ausrichtung zu geben.

Praktika sind in jedem Fall erwünscht und in einigen Studiengängen bzw. an einigen Hochschulen Pflicht.

Sozialpädagogik kann zudem als Fach im Bereich Lehramt studiert werden. Im Masterstudium kann das bisherige Wissen weiter vertieft werden und durch Spezialisierungen in eine bestimmte Richtung gelenkt werden.

Berufsperspektiven für Sozialpädagogen und Sozialarbeiter

Einsatzbereiche von Sozialpädagogen und Sozialarbeitern können wie folgt aussehen:

  • Altenarbeit/Altenhilfe
  • Behindertenpädagogik
  • Drogen- und Suchthilfe
  • Familienhilfe
  • Geschlechterforschung
  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Krankenhilfe
  • Mirgration/interkulturelle Pädagogik
  • Obdachlosenhilfe
  • Sozialpolitik
  • Sozialpsychiatrie
  • Strafvollzug

Weitere Einsatzgebiete sind natürlich durchaus denkbar.


Psychologiestudium an der SRH Riedlingen

4. Alternative: Heilpädagogik

Alternative HeilpädagogikDie Heilpädagogik ist eine Disziplin der Pädagogik. Sie beschäftigt sich mit Menschen, die unter Verhaltensstörungen, körperlichen, geistigen oder sprachlichen Beeinträchtigungen leiden. Aufgabe der Heilpädagogik ist es, Menschen mit den genannten Beeinträchtigungen sowie verhaltensauffällige und verhaltensgestörte Personen durch pädagogische und therapeutische Betreuung zu unterstützen und ihnen in der Bewältigung des alltäglichen Lebens zu helfen.

Ziel ist es, Patienten durch entsprechende, zielgerichtete Unterstützung zu befähigen, Beziehungen aufzunehmen, Verantwortung zu übernehmen und verantwortungsbewusstes Handeln zu erlernen. Zudem beraten Heilpädagogen Angehörige der Patienten und beziehen sie in die Therapie mit ein.

Studium der Heilpädagogik

Das Studium der Heilpädagogik wird sowohl als Bachelor- als auch als Masterstudiengang angeboten. Ziel ist es, Studierende bereits mit dem Erreichen des Bachelors auf den Einsatz in der Praxis vorzubereiten. Bestandteil des Studiums sind dabei unter anderem folgende Studieninhalte:

  • Allgemeine und spezielle Heilpädagogik und Pädagogik
  • Medizin und Psychologie
  • Soziologie
  • Ethische Grundlagen der Heilpädagogik
  • Rechtswissenschaften (z.B. Kinder- und Jugendrecht, Familienrecht)
  • Kulturpädagogik

Das Studium beinhaltet an vielen Hochschulen eine oder mehrere verpflichtende Praxisphasen. Viele Hochschulen legen in diesem Fachbereich besonderen Wert auf kleine Lerngruppen, so dass auch hier die Anzahl der Studienanfänger pro Semester begrenzt sind.

Berufsperspektiven für Heilpädagogen

Das Studium bereitet die Studierenden auf den anspruchsvollen Einsatz im Umgang mit und der Betreuung von behinderten und beeinträchtigen Menschen – sowohl Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene – vor. Konkret bedeutet das z.B. den Einsatz in folgenden Arbeitsfeldern:

  • Behinderten- und Jugendhilfe therapeutische Praxis
  • Leitungsfunktionen in heilpädagogischen Einrichtungen

Weiterhin sind auch Tätigkeiten in Rehabilitationszentren, Wohngruppen, Sonderschulen oder psychiatrischen Einrichtungen sowie Krankenhäusern denkbar.

5. Alternative BWL mit psychologischem Schwerpunktfach

Alternative BWLEine weitere Möglichkeit, mit psychologischen Inhalten im Studium in Berührung zu kommen, ist das BWL-Studium. Klingt zunächst komisch, ist aber durchaus möglich. Viele BWL-Studiengänge bieten in den höheren Semestern Schwerpunkte in den Bereichen Psychologie an.

Studium BWL

Das Studium startet mit den betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Hinzu kommen Veranstaltungen in Rechtswissenschaften, Marketing, Statistik und oft ich im Bereich Fremdsprachen. Aufbauend auf die erlernten Grundlagen, können Studierende aus verschiedenen Schwerpunktbereichen wählen, um ihr Studium in einer bestimmten Richtung zu vertiefen und Expertenkenntnisse auf einem bestimmten Gebiet zu erlangen.

Im Bereich Psychologie führt das Studium dich meist in Richtung Human Resources. Große Ähnlichkeiten bestehen hier zum Fach Wirtschaftspsychologie. Das BWL-Studium verknüpft hier wirtschaftliche mit psychologischen Aspekten, um gewonnene Erkenntnisse z.B. im Bereich Unternehmensführung, Marketing und Marktforschung anzuwenden.

Berufsperspektiven für BWLer mit Psychologie-Schwerpunkt

Nach Abschluss des Studiums stehen dir verschiedene Einsatzbereiche offen. Häufig finden Absolventen eine Anstellung in Personalabteilungen oder im Bereich Meinungs- und Marktforschung. Auch eine Tätigkeit als Berater oder Coach sind nach dem Studium denkbar.

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