Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten

Wie wird man Psychotherapeut? Diese Frage stellen sich wenige Studieninteressenten vor Beginn ihres Studiums, da die Antwort naheliegend zu sein scheint: Man studiert Psychologie. Leider ist diese Annahme nur in Teilen korrekt. Um psychologischer Psychotherapeut zu werden, und nach dem Studium Patienten in einer Praxis, Klinik oder Einrichtung psychotherapeutisch behandeln und betreuen zu können, ist mehr gefordert. Einem erfolgreich abgeschlossenen Masterstudium in Klinischer Psychologie folgt daher noch eine mindestens dreijährige Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten. Zugangsvoraussetzungen, Kosten und Ausbildungsinhalte haben wir hier für dich zusammengefasst.

Hilfreicher Text?
Nicht hilfreichGeht soTeilweiseHilfreichSehr hilfreich
3.96 / 5,
abgegebene Stimmen: 97
Loading...


Bist du schon im Bilde und suchst jetzt passende Anbieter für die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten? Dann geht´s hier direkt zu unserer Aus- und Weiterbildungsdatenbank!

Definition: Was ist Psychotherapie?

Ausbildung zum PsychotherapeutenDas Psychotherapeutengesetz von 1999 definiert Psychotherapie als “Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist“.

Dementsprechend ist die Aufgabe von psychologischen Psychotherapeuten, die Diagnose und Behandlung von psychischen und psychosomatischen Störungen mithilfe psychotherapeutischer Verfahren.

Psychologische Psychotherapeuten arbeiten selbstständig in psychotherapeutischen Praxen, in psychiatrischen Kliniken, Krankenhäusern oder psychosomatischen Einrichtungen. Darüber hinaus sind auch Tätigkeitsfelder im Gesundheitswesen, bei Beratungsstellen oder in der Forschung, z.B. an Hochschulen zu finden.

Wer darf als Psychotherapeut arbeiten bzw. sich als psychologischer Psychotherapeut bezeichnen?

In Deutschland kann psychotherapeutisch tätig werden, wer nach seiner Ausbildung einen der folgenden Titel trägt:

  • Psychologischer Psychotherapeut
  • Kinder- und Jugendpsychotherapeut
  • Facharzt, wenn Psychotherapie Teil der Ausbildung war oder eine Weiterbildung in Psychotherapie erfolgreich abgeschlossen wurde
  • Therapeut mit Psychotherapieerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz

Übersicht Psychotherapie-Ausbildung

Wie wird man Psychotherapeut?

Der gängigste Weg, um psychologsicher Psychotherapeut zu werden, führt über das Psychologiestudium. Nach dem Master in Psychologie wird im Anschluss eine Weiterbildung zum psychologischen Psychotherapeuten absolviert, um die Approbation zu erlangen und als Psychotherapeut arbeiten zu dürfen.

Alternativ kann auch der Weg über das Medizinstudium gegangen werden. Hier kann Psychotherapie entweder Bestandteil der Facharztausbildung sein oder nach der Facharztausbildung eine Weiterbildung mit Schwerpunkt Psychotherapie absolviert werden.

Wir beschränken uns hier auf Psychologie-studieren.de auf den Werdegang zum Psychotherapeuten mit vorangegangenem Psychologie-Studium. Den Bereich Medizinstudium lassen wir außen vor.

Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten

Zulassungsvoraussetzungen zur Psychotherapeuten-Ausbildung:

Voraussetzung für den Beginn einer Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten ist ein Master in Psychologie. Während des Masterstudiums muss das Fach Klinische Psychologie unbedingt Bestandteil des Lehrplans gewesen sein.

Die Weiterbildung bzw. Ausbildung zum Psychotherapeuten wird an Hochschulen und in Einrichtungen, die als Ausbildungsstätte für Psychotherapeuten staatlich anerkannt sind, angeboten. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann sich um einen Ausbildungsplatz bei den entsprechenden Anbietern bewerben. Die Plätze sind allerdings begrenzt, so dass es durchaus vorkommen kann, dass nicht jeder Bewerber einen Ausbildungsplatz zum psychologischen Psychotherapeuten bekommt.

Ausbildungsdauer:

Die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten wird in zwei Formen angeboten. Daraus ergibt sich entsprechend die Dauer der Ausbildung.

Vollzeit-Ausbildung zum Psychotherapeuten: Mindestens 3 Jahre
Berufsbegleitende Ausbildung zum Psychotherapeuten: Mindestens 5 Jahre

Nicht jeder Auszubildende schafft die Ausbildung zum Psychotherapeut in der Regelstudienzeit, daher haben wir die Ausbildungsdauer hier mit “mindestens” angegeben.



Anbieter für die Ausbildung/Weiterbildung zum psychologischen Psychotherapeuten:

Alle Anbieter, die eine Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten anbieten findest du in unserer Aus- und Weiterbildungsdatenbank!

Vor- und Nachteile der Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten:

Vorteile

  • Gute und persönliche Betreuung während der Ausbildung
  • Sehr praxisnahe Ausbildung, bereitet optimal auf den Berufseinstieg als Psychotherapeut vor
  • Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich als Therapeut selbstständig zu machen
  • Karrierekick für Psychologen und Fachärzte, die bereits im Berufsleben fußgefasst haben
  • Bezahlung während der praktischen Ausbildung
  • Befähigung zur eigenständigen Diagnose und Therapie von Störungen mit Krankheitswert
  • Selbsterfahrung unterstützt beim Reflektieren und Analysieren des eigenen Selbst

Nachteile

  • Hohe Lehrgangskosten von mehreren tausend Euro
  • Niedrige Bezahlung während der Praxisphasen
  • Lange Ausbildungsdauer bis zum Ziel: Bachelor + Master + Psychotherapie-Ausbildung
  • Zugang nur mit Klinischer Psychologie im Masterstudium möglich
  • Ausbildungsplätze sind begrenzt vorhanden

Fazit:

Viele Studieninteressenten sind sich über den langen Weg bis hin zum Ziel „Psychotherapeut“ nicht im Klaren. Ist dein Ziel also tatsächlich eine psychotherapeutische Tätigkeit, musst du dir bewusst sein, dass die Ausbildung bzw. dein Bildungsweg einige Jahre in Anspruch nehmen wird – deutlich länger als in anderen Fachbereichen. Hinzu kommt, dass die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten nicht kostenlos ist und einige tausend Euro kostet.

Wer durchhält und die Ausbildung zum Psychotherapeuten erfolgreich abschließt, erhält die Approbation und kann als psychologischer Psychotherapeut arbeiten. In diesem Fall ist es auch möglich, sich selbstständig zu machen und eine Kassenzulassung zu bekommen.

Psychologiestudium an der SRH Riedlingen