Berufswelt Psychologie – Welche Berufe stehen nach dem Studium offen?
Bereich Gesundheit (Analyse, Beratung, Therapie)

Berufe nach dem Psychologie StudiumWelche Jobs gibt es für Absolventen eines Psychologiestudiums in Bereichen wie Wirtschaft, Psychotherapie, Psychologischer Beratung oder Forschung? Wir haben einen umfassenden Katalog der unterschiedlichen Berufsfelder für Psychologen erstellt und Interviews mit Berufstätigen geführt.

Vielfältige Einsatzgebiete nach dem Studium – aber was genau?

“Es gibt wenige Bereiche, in denen wir als Psychologen nicht unsere Nische finden können” sagt Studentin Charlene in ihrem Erfahrungsbericht. Aber welche konkreten Berufe nach dem Psychologiestudium auf die Absolventen warten, das lässt sich oft nur mühsam nachlesen. Und es ist auch wirklich schwierig, die gesamte Bandbreite aller potenziellen Jobs an einer Stelle zu konzentrieren. Wir haben viel recherchiert und Interviews mit Psychologen in den unterschiedlichsten Berufen geführt, um dir auf dieser und vielen weiteren Seiten einen größtmöglichen Überblick über die Berufsfelder für Psychologen bieten zu können.

Unterteilung in Einsatzbereiche

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Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Jobmöglichkeiten ist es sinnvoll, die verschiedenen Einsatzbereiche zu unterteilen. Wir haben dafür die Oberbegriffe „Wirtschaft & Management“, „Gesundheit (Analyse, Beratung, Therapie)“ sowie „Bildung & Coaching“ gewählt. Nachfolgend findest du zahlreiche Jobmöglichkeiten beschrieben, die es im Bereich Gesundheit gibt. Von den klassischen Berufswegen wie der Psychotherapie bis zur Arbeit als Sportpsychologe. Zudem haben wir Interviews mit Berufstätigen geführt und Beispiele für Stellenanzeigen recherchiert.

Gesundheit (Analyse, Beratung, Therapie)


Psychologie Studium: Berufe in der Gesundheit (Analyse, Beratung, Therapie)

Dies ist der „typische“ Bereich, in dem Psychologen nach ihrem Studium arbeiten. Mehr als die Hälfte aller Psychologen ist vor allem in der Klinischen bzw. Rehabilitationspsychologie sowie Psychotherapie tätig. Zusätzlich gibt es aber noch weitere interessante Bereiche. Wir stellen nachfolgend zahlreiche Berufe vor.

Berufe nach Psychologiestudium: Psychotherapie

Dies ist sicherlich der Bereich, den die meisten Interessenten vor Augen haben, wenn sie sich mit dem Psychologiestudium beschäftigen. Mit „Klinischer Psychologie“ ist ein Studienabsolvent gemeint, der eben diesen Schwerpunkt gewählt hat. Damit verfügt man über das Know-how, um psychische Störungen zu diagnostizieren, allerdings darf/ kann man sie dann nicht therapieren. Das ist ein wichtiger Unterschied!

Um auch in der Psychotherapie tätig zu werden, muss man nach dem Master noch eine weitere Ausbildung machen, die 3-5 Jahre dauert. Mehr dazu haben wir in unserem Special „Ausbildung“ zusammengestellt.

In das Berufsfeld Psychotherapie bzw. Klinische Psychologie fallen zum Beispiel folgende Arbeitsbereiche:

Selbständigkeit

Eine oft genannte Berufsmöglichkeit für Psychologen mit entsprechender Ausbildung ist die Selbständigkeit in einer eigenen oder Gemeinschaftspraxis. Man sollte aber wissen, dass die Zahl der Psychotherapie-Praxen pro Stadt begrenzt ist. Wer sich mit einer eigenen Praxis niederlassen will, muss entweder eine bestehende Praxis mit Kassenzulassung kaufen (in der z.B. der Besitzer in Ruhestand geht) oder die entsprechende Kassenzulassung langwierig und mit Glück zugeteilt bekommen. Zuständig ist die Kassenärztliche Vereinigung, die aber in der Kritik steht, weil sie den Bedarf nicht richtig ansetzt und dementsprechend weniger Zulassungen vergibt, als gebraucht werden.

Hat man die Zulassung mit einer Praxis, muss man als Selbständiger natürlich ein unternehmerisches Risiko tragen, hat aber auch die Chance auf ein überdurchschnittliches Einkommen und natürlich die Freiheit, seine Arbeit zu gestalten, wie man möchte.

Anstellung in verschiedenen Funktionen/ Bereichen

Wer nicht auf die Zulassung warten oder den Schritt in die Selbständigkeit wagen möchte, der hat zahlreiche Möglichkeiten, einen Beruf als angestellter Psychologe auszuüben. Das können z.B. die folgend genannten Bereiche sein. Darüber hinaus gibt es auch noch zahlreiche weitere unterschiedliche Einsatzgebiete.

Psychologischer Dienst

Unter diese Kategorie können die unterschiedlichsten Aufgaben fallen. Vor allem bei öffentlichen Einrichtungen wie der Polizei, Feuerwehr oder Bundeswehr kommen Psychologen zum Einsatz, die den Beschäftigten bei sämtlichen Fragen und Problemen zu Seite stehen. Das können zum Beispiel die Nachsorge nach posttraumatischen Belastungsstörungen, die Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen oder Aufbau und Führung von Selbsthilfegruppen sein. Nicht immer ist eine Approbation als Psychologischer Psychotherapeut eine Voraussetzung, sie wird aber meistens bevorzugt.

Psychoonkologe

Vor allem Krankenhäuser beschäftigen Psychoonkologen. In der Palliativabteilung und Onkologie unterstützt man Menschen mit einer Krebs- oder anderen tödlich verlaufenden Erkrankung. Durch Krankheiten wie Krebs entwickeln Betroffene oft psychische Störungen. Damit es soweit nicht kommt oder um bei der Bewältigung zu helfen, werden Psychologen eingesetzt.

Psychologie in der Geriatrie/ Neuropsychologie

Die Neuropsychologie ist eine Arbeitsrichtung der Psychologie und beschäftigt sich mit den Folgen von Gehirnerkrankungen auf die geistige Leistungsfähigkeit, auf das Sozialverhalten und auf das psychische Erleben. In den Aufgabenbereich des Psychologen in der Geriatrie fällt daher insbesondere die neuropsychologische Untersuchung des geistigen Leistungsvermögens zum Beispiel nach Schlaganfällen oder bei Demenz.

Berufsaussichten

In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Psychologen (vor allem mit Approbation als Psychologischer Psychotherapeut) stetig gestiegen. Allerdings sollte man auch wissen, dass es neben den Vollzeit- auch sehr viele Teilzeitstellen gibt. Oft sind zudem die Personalbudgets von Arbeitgebern wie Krankenhäusern, Städten und Gemeinden recht eng bemessen. Aber wie ein Blick in die Stellenbörsen zeigt, gibt es überdurchschnittlich viele Stellen und daher gute Berufsaussichten und Karriereperspektiven als Beruf nach dem Psychologie Studium.


Im Studium für den Beruf nach dem Studium orientieren

Die oben genannten unterschiedlichen Berufsfelder haben meistens eine Gemeinsamkeit: Man sollte bereits im Studium einen Schwerpunkt wie Klinische Psychologie oder Pädagogische Psychologie belegt haben. Da diese Schwerpunktlegung meistens im Master geschieht, sollte man also den Bachelor dafür nutzen, Erfahrungen zu sammeln und somit Ideen für den Beruf nach dem Studium bzw. Studienabschluss zu entwickeln. Das gelingt vor allem über Praktika, aber auch über studentische Nebenjobs und Hospitationen bei berufstätigen Psychologen. Hilfestellung können meist die Fakultät der Uni oder das Career Center geben.

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Psychologiestudium an der SRH Riedlingen