Duales Studium Psychologie: Alternative zum Vollzeitstudium

Das duale Studium bietet vielen Abiturienten eine attraktive Alternative zum Vollzeitstudium. Besonderer Vorteil: Hier stellt sich nicht die Frage „Ausbildung oder Studium?“; das duale Studium beinhaltet beides. Allerdings – und hier liegt der große Nachteil für alle, die an einem Psychologie-Studium interessiert sind – es gibt kein duales Studium in (klinischer) Psychologie!

Dennoch möchten wir nicht darauf verzichten, euch einen Überblick über diese Studienform zu geben. Dabei werden wir Alternativen aufweisen – z.B. Wirtschaftspsychologie –, die statt des dualen Studiums in Psychologie möglich sind.

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Duales Studium – Was ist das?

Ein duales Studium verbindet theoretische Lernphasen an einer Hochschule oder Akademie mit praktischen Phasen in einem Unternehmen. In regelmäßigem Wechsel findet entweder die Theorie- oder die Praxisphase statt. Dabei kann der Wechsel blockweise (z.B. 3 Monate Vollzeitstudium an der Hochschule, 3 Monate Vollzeitausbildung im Betrieb) oder in einem Wochenmodell stattfinden (z.B. 2 Tage Studium an der Hochschule, 3 Tage Ausbildung im Betrieb).

Duales Studium mit Blockunterricht:

Verlauf duales Studium Psychologie

Duales Studium im Wochenmodell:

Verlauf Duales Studium Psychologie


Es gibt verschiedene Formen des dualen Studiums. Klassischerweise – und das ist die Form, die den meisten bekannt ist – ist das Studium ausbildungsintegrierend organisiert. Das bedeutet, dass die Studierenden sowohl ein Studium als auch eine anerkannte Berufsausbildung parallel absolvieren. Am Ende des dualen Studiums hat der Absolvent damit einen doppelten Abschluss.

Formen des dualen Studiums im Überblick:

1. Ausbildungsintegrierend: Berufsausbildung und Studium finden parallel statt. Der duale Student erreicht am Ende einen doppelten Abschluss.

2. Praxisintegrierend: Studium und Praxisphasen in Form von einem Langzeitpraktikum oder mehreren Praktika werden kombiniert. Am Ende des dualen Studiums steht „nur“ der Titel Bachelor ohne einen zweiten Abschluss der Ausbildung.

3. Berufsintegrierendes Studium: Nach Absprache mit dem Arbeitgeber wird die Arbeitszeit im Unternehmen reduziert und in den neu entstandenen Freiräumen studiert. Diese Variante des dualen Studiums ist auch ohne Fachhochschul- oder allgemeine Hochschulreife möglich und eignet sich besonders für Personen mit einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung.

4. Berufsbegleitendes Studium: Das Studium findet parallel zur Vollzeittätigkeit statt. Der Unterricht findet an den Wochenenden oder in den Abendstunden nach der Arbeit statt. Diese Studienform wird auch als Fern- oder Abendstudium bezeichnet.

Vor- und Nachteile des dualen Studiums

Vorteile duales StudiumVorteile

  • Praxisnähe
  • Optimale Verknüpfung von Theorie und Praxis
  • Doppelter Abschluss (Ausbildung und Studium)
  • Steigerung der Übernahmechancen nach Abschluss
  • Steigerung der Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt
  • Gehalt während der gesamten Ausbildung

 
Nachteile duales StudiumNachteile

  • Doppelte Arbeitsbelastung (Beruf/Ausbildung und Studium)
  • Weniger Wissenschaftlichkeit als im „normalen“ Studium
  • Spezialisierung auf einen Arbeitsbereich
  • Keine Semesterferien, sondern Urlaubstage vom Unternehmen


Das duale Studium Psychologie

Wie eingangs schon erwähnt, gibt es keinen dualen Studiengang Psychologie. Die Hauptausbildung im Psychologiestudium findet, vor allem in den ersten Semestern, theoretisch statt – die Wissenschaftlichkeit steht deutlich im Vordergrund. Hier werden die Grundlagen für den weiteren Verlauf des Studiums geschaffen und Studierende in die Materie der Psychologie eingeführt. Hinzu kommt hoher Lese- und Lernaufwand, so dass kein Platz für eine parallel ausgeführte Ausbildung in einem Unternehmen wäre. Viele Hochschulen sehen für ihre angebotenen Psychologie-Studiengänge ein mehrwöchiges Praktikum vor, mittels dessen in jedem Fall gewährleistet ist, dass man schon während des Studiums auch Praxisluft schnuppert.

Alternativen zum dualen Studium in Psychologie

Duales Studium PsychologieWer trotzdem ein duales Studium anstrebt, für den ergeben sich in anderen Bereichen durchaus attraktive Möglichkeiten ins Studium zu starten, z.B. mit Wirtschaftspsychologie an der FOM Hochschule oder der Hochschule für angewandtes Management Erding. An der SRH Riedlingen wird zudem der Studiengang „Prävention und Gesundheitspsychologie“ als dualer Bachelor angeboten. Aktuell sind dieses die einzigen psychologischen Fächer, das man dual studieren kann.

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit Gesundheitsmanagement, Sozialpädagogik oder Soziale Arbeit dual zu studieren. Diese Fächer haben oftmals einen Anteil psychologischer Studieninhalte und nach Abschluss des dualen Studiums sind die beruflichen Einsatzgebiete häufig mit beratenden Tätigkeiten in Zusammenarbeit mit Therapeuten und/oder therapeutischen Einrichtungen verbunden.

Fazit:
Ein duales Studium in Psychologie – mit dem beruflichen Ziel als Therapeut zu arbeiten – ist (noch) nicht möglich. Wer sich aber dennoch für das duale Studium als Alternative zum Vollzeitstudium interessiert, der findet einige attraktive Studienalternativen.

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