Erfahrungsbericht: Bachelor und Master Psychologie an der Technischen Universität Chemnitz

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Erfahrungsbericht Psychologie TU ChemnitzPsychologie ist ein Studiengang, der jedes Jahr aufs Neue von tausenden Studieninteressenten in die engere Auswahl zur Studienwahl aufgenommen wird. Aber was zeichnet das Studium eigentlich aus? Was lernt man, was sind die Studienbedingungen an den verschiedenen Universitäten? Wir haben nachgefragt und dankenswerterweise hat sich Veronika Bachl, Absolventin des Bachelorstudiengangs und Studentin im Master Psychologie an der TU Chemnitz, Zeit für einen Erfahrungsbericht genommen.



Liebe Veronika, vielen Dank, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Du hast dich für den Bachelor Psychologie mit anschließendem Master an der TU Chemnitz entschieden. Wieso sollte es ein Psychologiestudium sein? Was hat dich an dem Studien- und Berufsfeld gereizt?

Zunächst war es das Interesse am Menschen, das mich für das Psychologiestudium motiviert hat. Ich wollte verstehen, was Menschen antreibt, warum sie bestimmte – auch negative – Verhaltensweisen zeigen und inwiefern man eine Änderung des Verhaltens erreichen kann. Auch war ich nach dem Abitur unsicher, in welchem Bereich ich später arbeiten will. Mit einem Psychologiestudium findet man in nahezu jedem Berufsfeld Anschluss, da die Themen im Studium so breit gefächert sind.

Bitte gib uns einen Einblick in dein Studium. Was sind die Studieninhalte und welche Schwerpunkte werden gesetzt? Was sind typische Lehrinhalte in einem Psychologiestudium?

Im Bachelorstudium dreht sich anfangs alles um die Forschung, also wie Experimente gestaltet sein müssen, wie man Fragebögen entwickelt und wie man die Forschungsergebnisse berichtet. Hier spielen auch statistische Kenntnisse eine wichtige Rolle, die Basics hierfür lernt man innerhalb der ersten drei Semester.

Die Studieninhalte sind sehr breit gefächert. Man bespricht viele grundlegende Theorien zu: Wahrnehmung, Gedächtnis, Emotionen und Motivation bis hin zu pädagogischer Psychologie, Ingenieurspsychologie, Organisationspsychologie und klinischer Psychologie. Im Master kann man dann im begrenzten Maße eigene Schwerpunkte setzen. Der Master enthält auch mehr anwendungsbezogene Inhalte, es werden z.B. aktuelle Forschungsergebnisse thematisiert. Im Allgemeinen ist das Studium aber sehr theorie- und forschungslastig, praktische Seminare gibt es nur sehr begrenzt.

Studieninteressenten fragen sich oft, was man für ein Psychologiestudium an Voraussetzungen und Interessen mitbringen sollte. Was ist deine Empfehlung?

Im Grunde kann man alle nötigen Fertigkeiten im Laufe des Studiums erwerben. Gute Englischkenntnisse sind von Vorteil, da die Literatur fast ausschließlich englisch ist, aber auch daran gewöhnt man sich. Was man auf jeden Fall braucht, ist die nötige Geduld und Ausdauer. Man muss sich im Studium vieles selbstständig anlesen und sich oft mit Themen beschäftigen, die einen nicht wirklich interessieren.

Wie beurteilst du deine Studienzeit an der TU Chemnitz? Wie sind die Studienbedingungen und der Kontakt zu den Profs? Welche Schulnote würdest du vergeben?

Mit der TU Chemnitz bin ich insgesamt sehr zufrieden. Es ist ein kleines Institut mit sehr familiärer Atmosphäre, sehr jungen Mitarbeitern, die einen jederzeit unterstützen. Auch zu den Profs besteht kollegialer Austausch, man nimmt hier die Bedürfnisse der Studenten ernst. Das Studieren wurde mir hier so leicht wie möglich gemacht.

An den Studienbedingungen gibt es nichts auszusetzen, ich vergebe die Note 1.

Nach einem Psychologiestudium kann man ja die unterschiedlichsten Berufsfelder ansteuern. Weißt du schon, in welche Richtung du dich orientieren möchtest?

Ich werde eine Ausbildung zur Psychotherapeutin machen, also die klinische Richtung einschlagen.

Unsere letzte Frage: Hast du Tipps für Studieninteressenten? Wie kriegt man seinen (Wunsch-) Studienplatz, worauf sollte man bei der Studienwahl achten und wer ist überhaupt für ein Psychologiestudium geeignet?

Der wichtigste Tipp: Studiert nicht Psychologie, um etwas über euch selbst zu erfahren. Ihr bekommt Einblicke in Theorien und Forschung und müsst Euch viel mit Statistik rumplagen. Wer auf der Suche nach Selbsterfahrung ist, bekommt sie definitiv nicht durch ein Psychologiestudium.

Den Studienplatz bekommt man in erster Linie durch ein gutes Abitur. Wenn dort die Noten nicht so gut waren, sollte man sich auf jeden Fall an möglichst vielen Unis bewerben und auf jeden Fall auch die Möglichkeit des Losverfahrens wahrnehmen.

Geeignet sind meiner Meinung nach alle, die ein echtes Interesse am Thema mitbringen und sich nicht so leicht entmutigen lassen.

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Wir wünschen dir alles Gute und vor allem einen erfolgreichen Lebens- und Berufsweg.

Erfahrungsbericht vom

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