Psychologie im Ausland studieren – Länderinfo, Kosten, Zugangsvoraussetzungen

Um hohe NCs und endlos viele Wartesemester zu umgehen und trotzdem Psychologie studieren zu können, treibt es immer mehr deutsche Studieninteressenten ins umliegende Ausland. Belgien, die Niederlande, Österreich und auch England sind gern gewählte Ziele für das Psychologiestudium im Ausland. Für einen ersten Überblick über die Hochschullandschaft, Zulassungsbedingungen und Studiengebühren des jeweiligen Landes findest du nachfolgend alle wichtigen Informationen.

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Auslandsstudium in PsychologieWas, wenn NC und Wartesemester für das Psychologiestudium nicht reichen? Warten? Anders orientieren und das Ziel aus den Augen lassen? Dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt, zeigen die steigenden Interessensbekundungen und Studierendenzahlen deutscher Studieninteressenten an ausländischen Hochschulen. Im besonderen Fokus, um Psychologie im Ausland zu studieren, stehen die Niederlande, Österreich, England und auch Belgien. Denn: Im europäischen Ausland ist es durchaus möglich, ganz ohne Überflieger-NC und Wartesemester-Wahnsinn, ins Studium der Psychologie zu starten. Das Auslandsstudium scheint vielen Studieninteressenten in diesem Bereich daher eine attraktive Alternative. Und tatsächlich ist dort in vielfacher Hinsicht einiges leichter – aber natürlich auch nicht alles, sonst würde es ja jeder machen.

Übrigens haben wir die Schweiz hier bewusst außen vor gelassen – und das, obwohl sie ja eigentlich „um die Ecke“ liegt. In der Schweiz werden deutsche Studieninteressenten nur zum Psychologiestudium zugelassen, wenn sie auch in Deutschland zum Psychologiestudium zugelassen sind. Da das natürlich vielen Studienbewerbern nicht wirklich weiterhilft, haben wir hier bewusst auf Informationen zum Studium in der Schweiz verzichtet.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Psychologiestudiums im Ausland?

Vorteile AuslandsstudiumEinige Vorteile eines Auslandsstudiums in Psychologie liegen auf der Hand, andere werden erst auf den zweiten Blick sichtbar. Nachfolgend daher eine Übersicht der verschiedenen Vorteile:

  • Kein NC: Das Psychologiestudium im Ausland ist häufig frei von Zulassungsbeschränkungen wie dem NC. Einige Hochschulen setzen bei zu hohem Bewerberaufkommen auf Losverfahren oder persönliche Auswahlgespräche sowie Zulassungstests. Interne Auswahlverfahren orientieren sich gerne an einzelnen Noten studienrelevanter Fächer (z.B. in naturwissenschaftlichen Fächern), aber nicht am gesamten Notendurchschnitt.
  • Studium im Ausland = Internationalität: Durch das Studium im Ausland setzt du dich zwangsläufig mit einer fremden Sprache und einer anderen Kultur auseinander. Das führt nicht nur dazu, dass du dich persönlich weiterentwickelst, sondern ist auch ein großes Plus im Lebenslauf.
  • Bessere Studienbedingungen: In einigen Ländern sind die Studienbedingungen an den Hochschulen besser als in Deutschland. Hier gibt es weder überfüllte Hörsäle noch ausgebuchte Seminare. Der Unterricht findet oft in kleinen Studiengruppen in gut ausgestatteten Seminarräumen und Hörsälen statt.
  • Fremdsprachenkenntnisse: Die Landessprache wirst du nach dem Studium perfekt beherrschen.
  • Anerkannter Abschluss: Abschlüsse werden inzwischen europaweit anerkannt (Bologna-Prozess).
  • Auslandsstudium = Wartesemester in Deutschland: Das Auslandsstudium wird in Deutschland als Wartesemester anerkannt.

Psychologiestudium an der SRH Riedlingen


Psychologie im Ausland zu studieren kann auch Nachteile haben:

 

  • Nachteile AuslandsstudiumHohe Kosten: Das Auslandsstudium ist oft um einiges teurer als ein Studium in Deutschland. Einen großen Anteil tragen hierzu die Studiengebühren bei. Auch das Wohnen und weitere Lebenshaltungskosten sind in einigen ausländischen Städten weit höher als in Deutschland.
  • Doppelbelastung: Neben dem eigentlichen Studium muss auch noch die Sprache gelernt/verbessert werden.
  • Hoher Planungsaufwand: Wohnung, Studienplatz etc. müssen organisiert werden. Daher solltest du genügend Zeit einplanen!
  • Heimweh: Nicht zu unterschätzen ist das Heimweh. Natürlich kann man auch innerhalb Deutschlands weit von seinen Eltern und Freunden entfernt studieren. In der Regel kommen bei einem Auslandsstudium aber noch ein paar Kilometer mehr hinzu.
  • Zusatzqualifikation gefordert: Nicht mit jedem ausländischen Studienabschluss kannst du problemlos im Job in Deutschland durchstarten. Für Mediziner und Juristen sind beispielsweise zusätzliche Qualifikationen notwendig. Erkundige dich also frühzeitig, ob das auch auf dein Berufsziel zutrifft, sonst ist die Enttäuschung am Ende groß.

Länderübersicht: Zugangsvoraussetzungen, Kosten und Co. in Deutschlands Nachbarländern


Psychologie in Österreich studieren
Sprache im Studium:
Deutsch

Zugangsvoraussetzung zum Psychologiestudium:
Aufnahmetest
Jeder Studieninteressent bewirbt sich bei der Hochschule seiner Wahl und zum Aufnahmetest (Achtung: Für Studiengänge mit Zulassungsbeschränkung endet die Anmeldefrist meist früher als für alle anderen Studiengänge!). Es gibt keine Vorauswahl, einziges Kriterium zur Zulassung zum Studium ist das Bestehen des Aufnahmetests. Für Psychologie gibt es in Österreich keine Ausländerquote. Das heißt, die Verteilung der Studienplätze erfolgt an In- wie Ausländer gleichermaßen.

Zugangsvoraussetzung zum Master:
Aufnahmetest
Auch für die Zulassung zum Masterstudium wird als Zulassungsbeschränkung nicht der NC, sondern ein Aufnahmetest eingesetzt, wenn die Nachfrage höher als das Angebot ist.

Wissenswertes zum Psychologiestudium in Österreich:
Das Studium in Österreich könnte als eine Art Light-Version des Auslandsstudiums definiert werden. Die Sprache an der Hochschule ist Deutsch, Hochschulstruktur und -organisation sowie das alltägliche Leben sind dem in Deutschland sehr ähnlich. Die Umstellung für deutsche Studenten ist daher gering.

Angebot Psychologie in Österreich:
Psychologie wird in Österreich derzeit an 10 verschiedenen Universitäten und Privatuniversitäten angeboten.

Kosten:
Pro Semester beträgt der Studienbeitrag an staatlichen Hochschulen 363,36 Euro + 15 Euro ÖH-Beitrag.
Die Kosten an privaten Hochschulen liegen weit höher und können bis zu mehreren 1.000 Euro pro Semester betragen.



Fazit:

Psychologie im Ausland studierenDas Psychologiestudium im Ausland zu absolvieren, kann eine gute Alternative zum Studium in Deutschland sein – die Entscheidung kann dir allerdings niemand abnehmen. Es gibt viele Faktoren, die zu beachten sind und für die Planung solltest du dir in jedem Fall genügend Zeit lassen. Unsere Empfehlung ist, schon im letzten Schuljahr, also bereits vor den Abiturprüfungen – am besten noch früher – mit der Planung und der Suche nach einer geeigneten Hochschule zu beginnen.

Wichtig ist, wie auch bei der Studienwahl in Deutschland, dass du dir die Lehrpläne, Studiengangsbeschreibungen und Hochschulen genau anschaust. Das Psychologiestudium ist an ausländischen Hochschulen zum Teil anders aufgebaut. Beachte also genauestens alle Angaben und prüfe auch, auf welchen Berufszweig dich das Studium möglicherweise vorbereitet. An der Universität in Maastricht ist das Psychologiestudium z.B. für einen späteren Einsatz in der Forschung und Wissenschaft ausgelegt. Der Einsatz als Therapeut steht hier nicht im Fokus.

Die Studiengebühren können zwischen den einzelnen Ländern stark variieren. In Großbritannien ist das Studium besonders teuer. Zudem wird hier sehr viel Wert auf das Ranking der Hochschulen gelegt. Wer sich allerdings bei seiner Recherche nur auf Kosten und Prestige beschränkt, verliert vielleicht andere wichtige Aspekte aus den Augen. Daher ist es immer sinnvoll sich das gesamte Studienpaket anzuschauen und erst dann zu entscheiden.



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