Psychologie ohne Abitur studieren

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Was tun, wenn man Psychologie studieren möchte, aber kein Abi hat? Diese Frage wird häufig in Foren gestellt und stößt auf großes Interesse bei Studieninteressenten. Wir haben uns dem Thema „Psychologie ohne Abi studieren“ angenommen und erläutern euch, welche Möglichkeiten es in diesem Fall gibt.

Entgegen der landläufigen Meinung, dass man für das Psychologie-Studium zwingend das Abitur benötigt, können wir euch sagen: Das stimmt nicht! Auch solche Studieninteressenten, die kein Abi gemacht haben, haben die Möglichkeit Psychologie zu studieren.

Mittels des zweiten und dritten Bildungsweges ist es möglich, auch ohne Abitur ein Studium zu beginnen – auch Psychologie! Damit zeigt sich, dass unter bestimmten Voraussetzungen jeder Studieninteressent die Möglichkeit hat, ein Studium zu beginnen bzw. eine Hochschule zu besuchen, um sich dort aus- bzw. weiterbilden zu lassen.

Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg

Die erste Möglichkeit, die Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen, ist der sogenannte zweite Bildungsweg. Dieser Ausdruck ist allerdings ein wenig verwirrend, da man hier das Abitur bzw. die Hochschulzugangsberechtigung nachholt. Man studiert am Ende also gar nicht ohne Abitur, sondern mit Abitur. Der Unterschied zu anderen Studierenden ist hier nur, dass man das Abitur nicht in der regulären Schullaufbahn erlangt, sondern zu einem späteren Zeitpunkt nachholt. Studium ohne Abi trifft es hier also nicht ganz.

In Deutschland kann jeder seinen Schulabschluss, und zwar egal welchen, an einem Kolleg oder in Abendkursen nachholen. So hast du die Möglichkeit, durch die Fachhochschulreife oder das Abitur auch die Zulassung zum Studium zu erlangen. Für das Psychologie-Studium recht allerdings an staatlichen Hochschulen die Fachhochschulreife nicht aus – hier ist Abitur Pflicht.

Der dritte Bildungsweg

Der dritte Bildungsweg bezeichnet in Deutschland die Berechtigung bzw. Qualifikation zum (Psychologie) Studium ohne Abitur durch berufliche Vorbildung. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie dieser Status erreicht werden kann. Man unterscheidet hier zwischen Studienqualifikation ohne Fach-Beschränkung und der Studienqualifikation mit Fach-Beschränkung.

Studienqualifikation ohne Fach-Beschränkung

Verfügst du über eine erfolgreich abgelegte Meisterprüfung oder einen gleichwertigen Fortbildungsabschluss (z.B. staatlich geprüfter Betriebswirt oder staatlich anerkannter Erzieher), spielt das fehlende Abitur keine Rolle mehr. In diesem Fall verfügst du automatisch über die Zugangsberechtigung zu einem beliebigen Studienfach.

Studienqualifikation mit Fach-Beschränkung (Eignungsfeststellungsverfahren)

Auf diesem Wege spielt das Eignungsfeststellungsverfahren eine tragende Rolle. Mittels dieses Verfahrens können Studieninteressierte ohne Abitur nach Ablegen der Prüfung die Zulassung zu einem bestimmten Studienfach erlangen. Voraussetzung hierfür sind ein Schulabschluss, außer dem Abitur, eine anerkannte Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung. Dieses Zulassungsverfahren geht auf den 2009 verabschiedeten Beschluss der Kultusminister der Länder zurück.

Ebenfalls zu diesem Verfahren gehört die Teilnahme an einer Eignungsprüfung, einem Auswahlgespräch oder einem Probestudium (Dauer: 1 Jahr).

Nach erfolgreichem Bestehen des Eignungsfeststellungsverfahrens kannst du ohne Abitur ein Studium beginnen, das fachverwandt mit deiner Berufsausbildung und der Berufserfahrung ist. Das heißt, du bleibst deinem bisherigen Arbeitsfeld treu.

Die Prüfungsmodalitäten unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern. Welche Prüfungsmethodik an der von dir gewünschten Hochschule durchgeführt wird, kannst du jeweils an der Hochschule erfragen.

Aufstiegsstipendium

Für alle, die ohne Abi Psychologie studieren möchten, ist das Aufstiegsstipendium ein interessantes Programm. Studierende ohne Abitur haben die Chance für dieses Förderprogramm ausgewählt zu werden, das von der Bundesregierung an besonders talentierte und erfolgreiche Absolventen/-innen einer Berufsausbildung vergeben wird.

Ausgewählt werden die Teilnehmer durch die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Zum besonders guten Abschluss der Ausbildung sind ebenfalls zwei Jahre Berufserfahrung erforderlich, um für die Förderung in Betracht gezogen zu werden.

Wer für das Aufstiegsstipendium ausgewählt wird, wird während des gesamten Studiums durch die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung begleitet und betreut.

Psychologie ohne Abitur studieren – Weitere Tipps

Zählst du zu den Studieninteressenten, die ohne Abitur Psychologie studieren möchten, solltest du abschließend noch ein paar Dinge beachten.

Wie oben bereits erwähnt, sind die Bestimmungen der Kultusministerkonferenz für alle Bundesländer unterschiedlich. Es ist daher immer ratsam, sich direkt mit den Hochschulen in Verbindung zu setzen und dort zu erfragen, unter welchen Bedingungen der Studienstart ohne Abitur möglich ist.

Solltest du ohne Abitur keinen Studienplatz in Psychologie an einer staatlichen Hochschule bekommen, könnte das Studium an einer privaten Hochschule eine mögliche Alternative sein. Private Hochschulen sind weder an NCs noch an andere Zugangsvoraussetzungen bei der Auswahl der Studierenden gebunden. Daher sind hier deine Chancen durchaus gut, auch ohne Abi zum Psychologiestudium zugelassen zu werden. Auch hier gilt: Informier dich zeitnah bei der Hochschule und erkundige dich nach Zulassungsvoraussetzungen und Studienbedingungen.

Weiterhin ist auch das Fernstudium eine Möglichkeit Psychologie ohne Abitur zu studieren. Auch hier sind die Zugangsbedingungen häufig anders geregelt als an staatlichen Hochschulen. Zudem hast du hier die Möglichkeit neben dem Studium auch weiterhin zu arbeiten, da das Studium nicht in der Vollzeit-Variante, sondern als berufsbegleitendes Studium absolviert werden kann.

In unserer Datenbank findest du einen Überblick aller Hochschulen, staatlich und privat, die ein Studium in Psychologie anbieten. Die Fernstudiengänge in Psychologie haben noch einmal separat aufgeführt.



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