Psychologie-Studiengänge im Vergleich: Worin Unterscheiden sich die Angebote der Hochschulen?

Studiengänge im VergleichWelche Gemeinsamkeiten und Unterschiede beinhalten die verschiedenen Psychologie-Studiengänge? Psychologie-studieren.de hat die Studienverlaufspläne verschiedener Hochschulen (staatlich und privat) und verschiedener Studienschwerpunkte bzw. Studienrichtungen innerhalb der Psychologie miteinander verglichen.

Ein Psychologiestudium kann verschiedene Ausrichtungen haben. Einige Hochschulen bieten die Möglichkeit, innerhalb der Studiengänge Schwerpunkte zu setzen (z.B. Klinische Psychologie, Medien, Gesundheit oder Wirtschaft), andere bieten Psychologiestudiengänge an, bei denen der Schwerpunkt von vorn herein klar definiert ist – und zwar im Namen des jeweiligen Studiengangs (z.B. Wirtschaftspsychologie, Medienpsychologie oder Angewandte Psychologie).

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Doch macht es eigentlich einen Unterschied, ob man den Schwerpunkt im Verlauf des Studiums erst wählt oder ob direkt einen Studiengang belegt, dessen Schwerpunkt klar definiert ist? Psychologie-studieren.de hat sich die Studiengangsbeschreibungen und Studieninhalte verschiedener Hochschulen einmal genauer angeschaut. Dabei haben wir sowohl Studiengänge mit festgelegtem Schwerpunkt als auch Studiengänge, deren Schwerpunkt erst später gewählt wird, berücksichtigt.

Die Hochschulen, deren Studienangebot wir genauer betrachtet haben, sind zufällig ausgewählt. Einige Studiengänge werden nur an wenigen Hochschulen angeboten, daher ist hier die Auswahl entsprechend eingeschränkt. Wir haben versucht, sowohl staatliche als auch private Hochschulen in unsere Betrachtung einzubeziehen.


Ein Vergleich des Studiengangs Gesundheitspsychologie an der SRH Gera und des Studiengangs Psychologie mit der Wahl des Anwendungsfachs “Arbeit und Gesundheit” an der Universität Konstanz.

Definition des Studiengangs:

SRH Gera: “Im Bachelor Studium Gesundheitspsychologie an der SRH Hochschule Gera lernen Sie, präventive Gesundheitskonzepte zu entwickeln und diese Ihren Patienten zu vermitteln. Dabei werden Sie alle wichtigen Grundlagen der Gesundheitspsychologie lernen und Ihr Profil mit Management Knowhow abrunden, sodass Sie sich nach sechs Semestern mit dem Bachelor of Science für verantwortungsvolle Aufgaben in Gesundheits- und Rehabilitationseinrichtungen qualifizieren können.”

Uni Konstanz: “Die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft, d. h. alle ihre Aussagen und Handlungsvorschläge müssen empirisch überprüft werden. Deshalb nimmt die Ausbildung in Methoden empirischen/experimentellen sowie praktisch-psychologischen Arbeitens einen breiten Raum ein. Darüber hinaus werden Schlüsselqualifikationen für die Berufsausübung in den verschiedenen Anwendungsfeldern der Psychologie vermittelt.Im sechsten und siebten Semester vertiefen Sie die Grundlagenfächer, die Sie interessieren, und wählen Module der zwei Anwendungszweige: Arbeit und Gesundheit oder Klinische Psychologie und Klinische Neuropsychologie”

Psychologiestudium an der SRH Riedlingen

Vergleich der Studienverlaufspläne

SRH Gera Uni Konstanz
1. Psychologische und Methodische Fachkompetenz

  • Allgemeine Psychologie
  • Biologische Psychologie
  • Differentielle Psychologie
  • Entwicklungspsychologie
  • Sozialpsychologie
  • Grundlagen der Gesundheitspsychologie
  • Quantitative Methoden: Statistik I/II
  • Empirisch-wissenschaftliches Arbeiten: Evaluation und Forschungsmethodik

2. Anwendung in Gesundheitspsychologie und Rehabilitation

  • Spezielle Gesundheitspsychologie
  • Rehabilitationspsychologie
  • Grundlagen der psychologischen Diagnostik
  • Anwendungsfeld Prävention und Gesundheitsförderung
  • Anwendungsfeld Rehabilitation
  • Klinische Psychologie
  • Psychologische Intervention
  • Praxismodul Projekte

3. Management und Praxis

  • Grundlagen Arbeits- und Organisationspsychologie
  • Nichtpsychologisches Nebenfach: Unternehmerisches Handeln und Qualitätsmanagement/Qualitätssicherung in Gesundheitsunternehmen
  • Empirisches Forschungsseminar in der Gesundheitspsychologie
  • Praktikum (5. Semester)
1. Basismodule (1. – 4. Semester)

  • Einführung in die angewandte Psychologie
  • Biologische Psychologie
  • Entwicklungspsychologie
  • Sozialpsychologie
  • Wahrnehmung und Kognition
  • Lernen, Emotion, Motivation und Gedächtnis
  • Methoden (Methodenlehre, Experimentalpraktikum, Statistik)
  • Nichtpsychologisches Wahlfach

2. Berufspraktikum (Im Anschluss an die Basismodule)

3. Aufbaumodule (4. – 8. Semester)

  • Arbeit und Gesundheit
  • Klinische Psychologie und Klinische Neuropsychologie

4. Aufbaumodul Arbeit und Gesundheit

  • Einführung in die Arbeits- und Gesundheitspsychologie
  • Methoden der Arbeits- und Gesundheitspsychologie
  • Psychosoziale Faktoren der Gesundheit und Krankheit
  • Gesundheit und Arbeit über die Lebensspanne
  • Gesundheitsförderung

Fazit:

Im Vergleich der Studienverlaufspläne fällt auf, dass keine großen Unterschiede zwischen den Studiengängen der beiden Hochschulen bestehen. Vor allem die Veranstaltungen im allgemeinen Bereich der Psychologie sind nahezu identisch.

Die Vertiefungsrichtungen unterscheiden sich dahingehend, dass an der Universität Konstanz der Schwerpunkt Gesundheitspsychologie mit dem Bereich „Arbeit“ verknüpft wird, an der SRH Gera findet diese Verknüpfung mit dem Bereich „Rehabilitation“ statt. Dementsprechend werden auch die Veranstaltungsinhalte hieran angepasst.

Beide Hochschulen sehen ein Praxissemester während des Studiums vor, um erste Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln und die theoretisch erworbenen Kenntnisse in ein praktisches Umfeld einzubringen.

Was auffällt ist, dass die SRH Gera ihre Studierenden auch im Bereich Management ausbildet und die Richtung des nichtpsychologischen Wahlfaches klar vorgibt.

Die Uni Konstanz gibt ihren Studenten hier deutlich mehr Freiheit, so dass hier die Möglichkeit besteht, aus einer Vielzahl von Fachbereichen ein geeignetes Wahlfach auszuwählen. Neben Wirtschaftswissenschaften stehen zum Beispiel auch Gender Studies, Kunstwissenschaften, Medienwissenschaften sowie Physik, Sprach- oder Sportwissenschaften zur Auswahl.

Fazit

Fazit StudienvergleichViele Psychologiestudiengänge sind sich in Aufbau und Inhalt sehr ähnlich. In vielen Studiengängen mit dem Titel „Psychologie“ haben Studierende die Möglichkeit, im Verlauf des Studiums einen oder mehrere Schwerpunkte zu wählen und das Studium dahingehend zu vertiefen.

Nahezu alle Studiengänge bilden Studenten zunächst in den Grundlagen der Psychologie aus. Sie bilden einen Querschnitt durch verschiedene Bereiche der Psychologie und vermitteln mit den Bereichen Methodik und Diagnostik das Handwerkszeug eines jeden Psychologen.

Auch solche Studiengänge, die die Richtung des Studiums schon im Titel vorgeben, bestehen zu einem großen Teil aus Grundlagen der Psychologie und geben ebenfalls tiefe Einblicke in verschiedenste Bestandteile des Fachbereichs Psychologie.

Fast alle Hochschulen sehen innerhalb des Studiums eine praktische Phase in einem dem fachbezogenen Unternehmen oder einer fachbezogenen Einrichtung. Ein Praktikum ist meist über mehrere Wochen bis hin zu einem ganzen Semester ausgelegt. Zudem ist vor allem an staatlichen Hochschulen ein Wahlpflichtbereich in einem nichtpsychologischen Fach vorgesehen. Hier kann aus vielen Fachbereichen ausgewählt werden, die an der Hochschule angeboten werden. Private Hochschulen geben hier die Richtung des fachfremden Bereichs oft schon vor und setzen auf Fächer aus den Bereichen BWL und Management.

Unser Tipp: Bevor es an die Bewerbung zum Studium geht ist es ratsam, sich möglichst intensiv über die verschiedenen Studiengänge und Studienrichtungen zu informieren. Werden Schwerpunkte angeboten? Gibt es eine Vertiefungsrichtung? Werden Fremdsprachen besonders gefördert? (Übrigens: Englisch ist in fast allen Psychologiestudiengängen eine Grundvoraussetzung, da ein Großteil der Fachliteratur in englischer Sprache verfasst ist.). Es ist sinnvoll, sich vorab schon einmal einen Überblick über die Studienverlaufspläne zu verschaffen – und diese miteinander vergleicht. Hier kann man dann Unterschiede und Gemeinsamkeiten finden und so noch einmal konkreter bei der Auswahl der richtigen Hochschule werden.



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Psychologiestudium an der SRH Riedlingen