Arbeits- und Organisationspsychologie

Definition

Fragen zur Personalauswahl, Arbeitsbelastung, Arbeitsmotivation und Führung sind der Inhalt der Arbeits- und Organisationspsychologie, kurz AO-Psychologie genannt.

Sie ist ein umfassender Fachbereich der Psychologie und blickt auf eine lange Tradition zurück. Die Kernfragen beschäftigen sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen im Umfeld ihrer Arbeit oder einer Organisation.

Arbeits- und Organisationspsychologen analysieren in Unternehmen oder Organisationen die Interaktion zwischen Menschen und das Zusammenspiel von Mensch und Maschine, leiten Modelle und Wege zur Optimierung der Prozesse ab und unterstützen bei deren Umsetzung.

Untersuchungsgegenstand der Arbeits- und Organisationspsychologie

Während im letzten Jahrhundert noch die Steigerung der Effizienz der Arbeitskraft im Vordergrund stand, richtet sich die Arbeits- und Organisationspsychologie heute deutlich mehr auf die Verbesserung der Arbeitsumstände für den Menschen aus. Durch eine Optimierung der Gegebenheiten soll die Zufriedenheit am Arbeitsplatz gesteigert werden. Dabei stehen sowohl das Individuum als auch die Gruppe im Fokus der Beobachtung.

Ein weiteres Themengebiet ist die betriebliche Gesundheitsförderung, die gerade in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.

Verknüpfung zu anderen Studienfächern der Psychologie

Zu einer engen Zusammenarbeit mit der Arbeits- und Organisationspsychologie kommt es in den Bereichen der Sozialpsychologie, Ingenieurpsychologie und der Wirtschaftspsychologie.

Mit allen drei Teildisziplinen gibt es Überschneidungen im Beobachtungsfeld, so dass eine Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten besonders effektiv für ein Unternehmen, eine Behörde oder eine Organisation ist.

Methodik der Arbeits- und Organisationspsychologie

Als empirische Wissenschaft nutzt die AO-Psychologie verschiedene Methoden der Psychologie –
unter ihnen die Labor-, Feld- und Aktionsforschung. Durch Beobachtung und Befragung werden zunächst die Gegebenheiten analysiert, ausgewertet und anschließend werden Modelle zur Verbesserung der Situation erstellt. Entscheidend für die Wahl der Methoden ist die Fragestellung, der sich AO-Psychologen widmen. Sie befassen sich z.B. mit der Personalauswahl, der Kommunikation im Arbeitsumfeld und in Organisationen, den besonderen Anforderungen an Gruppen in ihrem Arbeitsumfeld, dem Sensemaking, der betrieblichen Gesundheitsförderung, dem Arbeitsschutz, Führungsstilen und der Motivation.

Anhand der Fragestellungen wird deutlich, wie eng die Arbeits- und Organisationspsychologie mit anderen Teilbereichen der Psychologie zusammenarbeitet. Auch innerhalb der AO-Psychologie haben sich Teildisziplinen gebildet, die sich verstärkt einem Thema im Arbeitsumfeld der Menschen widmen. Zu nennen wäre hier beispielsweise die Führungspsychologie.

Berufsbilder für Arbeits- und Organisationspsychologen

Wichtige Arbeitgeber für Arbeits- und Organisationspsychologen sind wirtschaftlich arbeitende Unternehmen mit einer großen Belegschaft. Hier liegen die Aufgabenbereich vor allem in der Leistungssteigerung und der Steigerung der Arbeitszufriedenheit sowie der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Ein weiterer Arbeitgeber für AO-Psychologen sind Organisationen, bei denen Prozesse der Interaktion zwischen Menschen optimiert werden sollen. Auch staatliche Einrichtungen wie Arbeitsämter, Landes-, Kreis- und Stadtregierungen, die Bundeswehr und Rettungsdienste profitieren von der Arbeit der AO-Psychologen.

Darüber hinaus sind Arbeits- und Organisationspsychologen häufig selbstständig als Berater tätig. Sie unterstützen Firmen oder Organisationen bei der Einführung wichtiger Veränderungen im Arbeitsablauf, wirken gezielt auf die Verbesserung des Arbeitsklimas und der Mitarbeiterzufriedenheit ein. Auch Coachings werden von AO-Psychologen angeboten.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Theorie und Methodik ermöglicht ebenfalls den Einstieg in die Forschung, z.B. an einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut.

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