Pädagogische Psychologie

Definition Pädagogische Psychologie

Die Pädagogische Psychologie ist eine Teildisziplin der wissenschaftlichen Psychologie, die sich mit Aspekten von Erziehungs-, Unterrichts- und Sozialisationsprozessen beschäftigt. Sie versucht, diese Prozesse zu beschreiben und zu erklären und auf Grundlage dieser Erkenntnisse beispielsweise eine Optimierung des pädagogischen Handelns von Lehrern, Eltern und anderen Personen in die Wege zu leiten.

Die Pädagogische Psychologie ist neben der klinischen sowie der Arbeits-und Organisationspsychologie eines der drei großen Anwendungsfächer in der Psychologie und grenzt mit ihren Themen an die Disziplinen der Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie sowie der Pädagogik. Sie greift in ihren Forschungsfragen auf Erkenntnisse der psychologischen Grundlagenforschung wie der allgemeinen Psychologie zurück. Neben der Beschreibung und Erklärung ist die darauf basierende Entwicklung von Interventionen für die Pädagogische Psychologie essentiell.

Ihre Forschungsgebiete umfassen institutionelles Lernen von der Vorschule, über die unterschiedlichen Schulformen bis zur Erwachsenenbildung. Die pädagogischen Psychologen beschäftigen sich nicht nur mit der Forschung, sondern auch mit der Diagnostik, Beratung von Eltern und Lehrern sowie der Entwicklung von Interventionsstrategien für die Praxis. Sie arbeiten wie auch Psychologen anderer Teildisziplinen mit wissenschaftlichen Methoden wie Fragebögen und Experimente in Feld und Labor. Neben quantitativen kommen auch qualitative Methoden zum Einsatz.

Untersuchungsgegenstand und Schwerpunkte der Pädagogischen Psychologie

Themen in der Pädagogischen Psychologie sind beispielsweise Lernprozesse, Lernstörungen, Interaktionen zwischen Lehrern und Schülern oder nur unter Schülern, schulische Notengebung und die Evaluation von Bildungssystemen. Auch Forschungsfragen, die die Lernmotivation, Hochbegabung und die Sicherstellung von Unterrichtsqualität betreffen, fallen in das Tätigkeitsfeld von pädagogischen Psychologen. Die Intelligenzforschung und das Konstrukt der Intelligenz betreffende Forschungsfragen, wie beispielweise der Einfluss von Umwelt und Vererbung auf die Intelligenz, ist ein Forschungsbiet der Pädagogischen Psychologie.

Pädagogische Psychologie beschäftigt sich auch mit Stufenmodellen der Persönlichkeits-, Sprach- und kognitiven Entwicklung bei Kindern. Sie ist in hohem Maße praxisrelevant, soll sie doch Lehrern eine Hilfestellung geben und so den Unterricht optimieren. Daher ist sie auch im Lehramtsstudium Teil des Curriculums. Sie vermittelt den zukünftigen Lehrern und Pädagogen diagnostische, Trainings- und Beratungskompetenz. Im öffentlichen Raum sind große Evaluationsstudien und Leistungsvergleiche von Schülern, wie beispielsweise die PISA-Studie, als Forschungsergebnisse von pädagogischen Psychologen anerkannt.

Kritisch betrachtet und untersucht sie Unterrichtselemente wie Gruppenarbeit und Frontalunterricht. Vorrangiges Ziel ist die Optimierung des Lernens, das die Arbeit der Lehrer erleichtert, gleichzeitig aber die Schüler am besten fördert.

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