Umweltpsychologie

Definition Umweltpsychologie

Als Teildisziplin der Psychologie beschäftigt sich die Umweltpsychologie (auch: ökologische Psychologie) mit Fragen zur Beziehung zwischen Mensch und Umwelt.

Die Einflüsse der Umwelt auf den Menschen, aber auch wie der Mensch selbst die Umwelt beeinflusst, werden erforscht. Umwelt kann hierbei als die äußere, physisch-materielle Welt verstanden werden, die auch soziokulturelle Elemente umfasst. Das heißt, dass mit Umwelt nicht nur die natürliche, sondern auch die von Menschen selbst erstellte Umwelt gemeint ist. Diese von Menschen erschaffene Umwelt sind beispielsweise Gebäude, Umgebungen zum Lernen und Arbeiten sowie die Welten der Kommunikation und Information.

Der Psychologe Willy Hellpach formulierte drei Umwelten eines Menschen: Die soziale, die kulturelle sowie die natürliche Umwelt werden alle in der Umweltpsychologie mit einbezogen. Die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt sollen nicht nur erforscht werden – die Anwendung der Forschungsergebnisse ist ebenfalls entscheidend.

Thematiken und Untersuchungsgegenstand der Umweltpsychologie

Die Umweltpsychologie ist eine noch recht junge Disziplin und wird durch hohe Interdisziplinarität geprägt. So umfassen umweltpsychologische Fragestellungen auch Aspekte zu Globalisierung und nachhaltiger Entwicklung und weisen so Verbindungen zur Politikwissenschaft auf.

Eng ist auch die Zusammenarbeit der Umweltpsychologen mit Soziologen, Naturwissenschaftlern und Ökonomen. Die Umweltpsychologie greift bei ihrer Arbeit auf bestehende Theorien und Modelle anderer psychologischer Teildisziplinen zurück: Beispielsweise wird bei der Frage nach dem nachhaltigen umweltbewussten Handeln auf die Theorie des vernünftigen Handelns von Fishbein und Ajzen (1975) zurückgegriffen, welche aus der Sozialpsychologie stammt.

Aber es existieren auch spezifisch umweltpsychologische Theorien: Fietkau und Kessel erarbeiteten ein Modell zum Umwelthandeln, dass Einstellungen, Werte und Wissen bezüglich eines umweltbewussten Handelns mit den tatsächlichen Handlungen in Zusammenhang bringt.

Ein wichtiges Thema innerhalb der ökologischen Psychologie ist der Umweltschutz und die damit zusammenhängenden Fragen nach dem Handeln von Menschen, die wider besseren Wissens gegen die natürliche Umwelt agieren.

Wichtige Fragestellungen der Umweltpsychologie

Die Verbesserung des Umweltbewusstseins und die Ermutigung eines umweltgerechten Handelns sind hier Ziele der Umweltpsychologen. Wie können Menschen zu einem umweltbewussten handeln und einem Konsum angeregt werden, dass Natur und soziokulturelle Umgebung schützen? Weitere Forschungsfragen beschäftigen sich mit dem Zusammenhang zwischen Reizgrößen und sensorischen Empfindungen und die Belastung der psychischen Gesundheit durch Reizüberflutung. Auch die Frage, inwieweit die bebaute Umwelt, das soziale Klima und die Lebensbedingungen Kriminalität fördern und bedingen, ist Forschungsgegenstand. Umweltpsychologen wenden sich aber auch speziellen Umwelten wie dem Krankenhaus zu: Wie kann hier das klinische Setting so gestaltet werden, dass es das Wohlbefinden des Patienten unterstützt? Weitere Fragen lauten beispielsweise, welches Naturverständnis Menschen haben und wie sie dieser begegnen? Woran liegt es, dass Menschen trotz des Wissens um die Bedrohung der natürlichen Umwelt diese zerstören?

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