Studienfinanzierung im Psychologiestudium

Ein Studium gibt es nicht kostenlos – das ist allen Studieninteressenten hinlänglich bekannt. Dabei gibt es natürlich Unterschiede, welche Kosten monatlich entstehen und verschiedene Möglichkeiten, diese zu bewältigen. Nachfolgend findest du unterschiedliche Wege der Studienfinanzierung.

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Zwischen 500 und 1.000 Euro kostet ein Studium monatlich – das ergab die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (2013 veröffentlicht). Bei dieser repräsentativen Studie wurden tausende Studierende im Erststudium befragt, die nicht mehr bei ihren Eltern leben und daraus die entsprechenden Zahlen ermittelt.

Die Kosten für ein Studium an einer staatlichen Hochschule – für ein Studium an einer Privathochschule entstehen deutlich höhere Kosten – setzen sich aus verschiedenen Punkten zusammen: Wohnung/Miete, Lebensmittel, Kleidung, Fahrtkosten, Kommunikation, Versicherung und Studiengebühren/Semesterbeitrag sind nur einige der Posten, die es während des Studiums zu finanzieren gilt.

Vor Studienbeginn ist eine der wichtigsten Fragen, daher die nach der Studienfinanzierung. Es ist daher wichtig, sich verschiedene Wege der Studienfinanzierung anzuschauen und zu überlegen, um verschiede Möglichkeiten auszuschöpfen und einen guten Finanzierungsplan in der Hinterhand zu haben. Um dir einen Überblick zu geben, welche Möglichkeiten der Studienfinanzierung sich überhaupt bieten, geben wir dir nachfolgend einen Überblick.

1. Eltern und Familie

StudienfinanzierungEine der Hauptanlaufstellen für die Studienfinanzierung sind die Eltern oder die Familie (z.B. Großeltern, nahe Verwandte). Etwa 400 Euro Unterstützung erhält ein Student in Deutschland im Durchschnitt von seinen Eltern. Aber natürlich gibt es hier deutliche Diskrepanzen. Während einige Studierende sich auf die vollständige Unterstützung durch ihre Eltern verlassen (können), ist es für andere Familien deutlich schwieriger, das Studium des eigenen Kindes vollständig zu finanzieren.

So lange ein Kind noch in seiner ersten Ausbildung ist – und dazu zählt auch das Studium –, sind Eltern per Gesetz verpflichtet, dieses finanziell zu unterstützen. Im Gegenzug wird aber von den Kindern auch erwartet, dass die Ausbildung oder das Studium nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Die Eltern also nicht länger als nötig für den Unterhalt des Kindes aufkommen müssen.

Unser Tipp: Vor Aufnahme deines Studiums solltest du das Gespräch mit deinen Eltern suchen. Gemeinsam könnt ihr besprechen, ob und in welcher Höhe deine Eltern dich finanziell unterstützen können. Bist du noch unter 25 Jahren, steht deinen Eltern Kindergeld zu. Möglicherweise können deine Eltern dich mit diesem Betrag monatlich unterstützen.

Über den finanziellen Aspekt hinaus gibt es auch noch andere Möglichkeiten, wie du deine Familie bitten kannst, dich zu unterstützen: Ein „Care-Paket“ mit Lebensmitteln kann den Geldbeutel auch entlasten.

2. BAföG

Studium finanzierenVerfügen deine Eltern nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, um dich während deines Studiums ausreichend zu unterstützen, besteht die Chance auf BAföG.

BAföG ist eine stattliche Ausbildungsförderung, die nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz geregelt wird. Derzeit liegt der BaföG-Höchstsatz für Studierende, die nicht mehr zuhause wohnen, bei 670 Euro pro Monat.

Das BAföG wird zur Hälfte als Zuschuss und zur Hälfte als unverzinsliches Darlehen gerechnet. Nach dem Studium musst du also die Hälfte der erhaltenen Summe zurückzahlen. Dabei gibt es aber eine festgelegte Maximalsumme, die zurückzuzahlen ist. Zudem gibt es weitere Nachlässe, wenn du die fällige Summe im Ganzen begleichst. Aber auch, wenn du dies nicht in Anspruch nimmst, sind die Raten der Rückzahlung human und mit einem Vollzeitjob gut zu finanzieren.

Schließt du dein Studium innerhalb der Regelstudienzeit ab, kannst du für die gesamte Studiendauer BAföG beantragen. Ab dem 5. Semester musst du regelmäßig einen Nachweis erbringen, ob alle Studienleistungen regulär erbracht wurden.
Ausführliche Informationen zu allen Voraussetzungen für einen BAföG-Antrag erhältst du auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Dort findest du auch den BAföG-Rechner, mit dem du schon einmal errechnen lassen kannst, in welcher Höhe dir eine Förderung zustehen wird.

3. Studentischer Nebenjob

Einen großen Beitrag zur Studienfinanzierung trägt beim Durchschnittsstudenten der studentische Nebenjob bei. Kellnern in der Studentenkneipe um die Ecke, Promotionjobs, Aushilfe im Supermarkt oder bei der großen Modekette auf der Einkaufsmeile – vor allem in großen Studentenstädten gibt es eine große Vielfalt an Jobs, die man als Student ausprobieren kann, um den eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Ein Studentenjob kann aber nicht nur bloßes Mittel zur Studienfinanzierung sein, sondern auch ein Türöffner ins Berufsleben werden. Wer sich schon bei der Wahl des Nebenjobs in der Branche orientiert, in der er später einmal arbeiten möchte, kann wichtige Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen und gleichzeitig Praxiserfahrung sammeln.

Fazit: Möchtest du nicht nur deinen Geldbeutel füllen und einfach nur einen Job zur Studienfinanzierung haben, kann ein studentischer Aushilfsjob eine zusätzliche Qualifikation für den späteren Beruf und eine weitere Referenz im Lebenslauf werden.

4. Bildungskredit

BildunsgkreditEinige Studienrichtungen sind zeitintensiv und lassen wenig Raum, einen Nebenjob auszuüben. Wer zudem kein bis wenig BAföG bekommt, für den könnte ein Bildungskredit eine weitere Möglichkeit zur Studienfinanzierung darstellen.

Der Unterschied zum herkömmlichen Kredit besteht zum einen in der Verzinsung und zum anderen in den Auszahlungsmodalitäten. Der Zinssatz ist bei einem Bildungskredit deutlich niedriger als bei einem normalen Kredit. Zudem wird die Kreditsumme nicht mit einer einmaligen Überweisungsgutschrift ausgehändigt, sondern in monatlichen Raten an den Kreditnehmer ausgezahlt. Die Höhe der monatlichen Rate ist dabei meist variabel.

Wichtig ist, dass du dir bei deinen Recherchen verschiedene Angebote anschaust und diese genauestens prüfst und miteinander vergleichst. Du solltest in jedem Fall eine Beispielrechnung aufstellen und kalkulieren, wie hoch die Kreditsumme monatlich sein sollte. Vergleiche auf jeden Fall die Zinssätze miteinander, denn diese sind maßgebend für die spätere Rückzahlungssumme.

5. Stipendium

Besonders begabte und leistungsstarke Studenten haben die Möglichkeit, ein Stipendium zu erhalten, um das Studium zu finanzieren. Anbieter für Stipendien gibt es verschiedene: Stiftungen, Partei-Organisationen, soziale Organisationen, Unternehmen der freien Wirtschaft (in Kombination mit dem Bund).

Das Angebot ist groß. Allerdings nehmen viele Einrichtungen und Institutionen nur ganz bestimmte Personen für ein Stipendium an. Ausschlaggebend sind hier verschiedene Kriterien, die individuell festgelegt werden und nicht einer bestimmten Richtlinie folgen müssen.

Damit der Stipendiumsgeber auch sieht, dass sich die „Investition“ lohnt, muss ein regelmäßiger Bericht über den Fortschritt deines Studiums angefertigt werden. Hier geht es darum, dass dein Studium möglichst schnell und mit guten bis sehr guten Leistungen absolviert wird. Ist dies nicht der Fall, kann das Stipendium auch gestrichen werden.

Ein Langzeitstudium oder ein paar Semester mehr sind mit einem Stipendium sicher nicht möglich.

Nützliche Adressen und Ansprechpartner für Stipendien und Studienkredite:

CHE-Studiekredit Test
KfW-Bank
Deutsche Bildung
BDP Studienstiftung Deutscher Psychologen e.V.
Christoph Dornier Stiftung

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