Versicherung im Studium – Was wirklich wichtig ist

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Mit Beginn des Studiums steht für viele Studenten auch der Start in ein eigenes Leben an. Man zieht in eine eigene Wohnung oder eine WG und wohnt oft weit weg von den Eltern. An diesem Punkt stellt sich auch die Frage nach der richtigen Versicherung für Studenten. Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung – welche benötigt man und auf welche kann man getrost verzichten?

Bis zum Abitur war alles einfach. Mama hat die Wäsche gewaschen und der Kühlschrank war immer voll. Doch mit dem Beginn des Studiums ändert sich im Leben von Studienanfängern vieles. Man ist plötzlich weit weg von Zuhause, hat eine eigene Wohnung und muss sich selbst um den Lebensunterhalt und den vollen Kühlschrank kümmern. Versicherungen werden hier gerne vergessen, sind aber mindestens genauso wichtig wie ein regelmäßiges Zahlen der Miete.

StudentenversicherungTeilweise ist man auch jetzt noch in der Versicherung der Eltern integriert. Um dir einen Überblick aller notwendigen Studentenversicherungen zu geben, haben wir hier die wichtigsten Infos für dich zusammengefasst.

1. Krankenversicherung

Die (studentische) Krankenversicherung ist ein absolutes Muss – ohne geht es nicht. Und die gute Nachricht: Bis zum 25. Lebensjahr bist du noch in der Familienversicherung deiner Eltern mitversichert – sofern deine Eltern gesetzlich versichert sind und dein Einkommen eine bestimmte Grenze nicht übersteigt. Diese liegt derzeit bei 395,- Euro monatlich, wenn du ein regelmäßiges Gesamteinkommen beziehst oder bei 450,- Euro monatlich, wenn du einen Job als Geringverdiener hast. Das entspricht dem Einkommen beim Minijob.

Für alle, die schon mit Beginn des Studiums älter als 25 sind, bieten die Krankenkassen günstige Studententarife. Derzeit liegt dieser einheitliche Betrag bei 64,77 Euro pro Monat. Hinzu kommt die gesetzliche Pflegeversicherung von 12,24 Euro bzw. 13,73 Euro für Studenten ab 23 Jahren ohne Kind. Bekommst du zudem noch BAföG kannst du eine Bezuschussung zu diesem Beitrag beantragen.

Ausnahme:
Eine Krankenversicherung mit Studententarif kannst du nicht in Anspruch nehmen, wenn du
1. hauptberuflich selbstständig bist
2. dual studierst (sofern du ein Gehalt beziehst)
3. das 14. Semester beendet hast oder 30 Jahre alt bist

Krankenversicherung im StudiumBist du älter als 30 oder hast das 14. Semester beendet, musst du nicht den vollen Beitragssatz für freiwillig Versicherte zahlen, sondern einen geringeren Betrag. Hier solltest du dich frühzeitig mit deiner Krankenkasse in Verbindung setzen.

Private Krankenversicherung für Studenten:

Grundsätzlich kann jeder Studienanfänger sich auch privat krankenversichern lassen. Allerdings kann die private Krankenversicherung selbst entscheiden, wenn sie aufnimmt. Sie muss daher nicht jeden Studenten in die Versicherung aufnehmen. Ebenfalls unterschiedlich sind die Beitragssätze. Diese sind nicht festgelegt und variieren je nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungspaket.

Spielst du mit dem Gedanken, einer privaten Krankenversicherung beizutreten, solltest du dich vorab genauestens erkundigen, welche Versicherung welche Tarife anbietet und zu welchen Konditionen eine Versicherung beim gewählten Anbieter möglich ist. Ein Gespräch mit einem Versicherungsmakler kann hier helfen.

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2. Haftpflichtversicherung

Eine sicherlich sinnvolle Versicherung ist die Haftpflichtversicherung. Anders als die Krankenversicherung ist diese aber eine Kann-Versicherung. Entscheiden, ob du diese benötigst, musst du selbst.

Doch ein Schaden ist schneller passiert als man denkt. Den leckeren Kaffee auf dem Laptop der Freundin verschüttet oder mit dem Fahrrad ein parkendes Auto gestreift – in solchen Fällen ist es gut, eine Haftpflichtversicherung zu haben.
Haben deine Eltern bereits eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen, kannst du sehr wahrscheinlich darüber mitversichert bleiben. Wichtig ist aber, dass du bisher niemals berufstätig warst – Minijobs zählen nicht. Deine Eltern sollten dies vorab mit der Versicherungsgesellschaft abklären, um auf Nummer Sicher zu gehen.

3. Hausratversicherung

Viele Studenten ziehen mit Beginn des Studiums zuhause aus und gründen eine WG oder ziehen in eine eigene Wohnung. Hier kann es sinnvoll sein, eine Hausratversicherung abzuschließen, ist aber auch kein Muss.

Eine Hausratversicherung schützt dich bei Einbruch, Vandalismus, Diebstahl, Wasserschäden oder Sturmschäden. Allerdings solltest du vorab überlegen, wie hoch der Wert deiner Wohnungseinrichtung ist. Besteht dieser nicht überwiegend aus Luxusgütern oder teuren Elektronikgeräten, ist zu überlegen, ob sich der Beitrag einer Hausratversicherung tatsächlich lohnt.

Auch hier kann ein Gespräch mit Versicherungen helfen, einen Eindruck zu bekommen, wie hoch die Beiträge sind und was im Ernstfall geschützt und erstattet wird.

4. Unfallversicherung

UnfallversicherungOrdentlich eingeschriebene Studierende sind automatisch für die folgenden Gegebenheiten unfallversichert:

  • Auf dem Weg zu Seminaren, Vorlesungen etc.
  • Beim Hochschulsport
  • Beim Besuch der Universitäts-Bibliothek
  • Bei der Teilnahme an Exkursionen oder Veranstaltungen, die von der Hochschule organisiert und durchgeführt werden

Passiert dir in der Freizeit und außerhalb universitärer Veranstaltungen etwas, greift die Unfallversicherung nicht. Auch hier musst du selbst entscheiden, ob es sinnvoll ist eine zusätzliche Unfallversicherung abzuschließen.

5. Berufsunfähigkeitsversicherung

Du bist zwar noch nicht berufstätig, dennoch kannst du auch schon als Student eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen. Je früher man eine BU abschließt, desto geringer sind die Beiträge und diese bleiben meist auch auf Dauer niedriger als für Versicherungsnehmer, die erst später eine BU abschließen.

Fazit:

Alle hier vorgestellten Versicherungen sind, mit Ausnahme der Krankenversicherung, Kann-Versicherungen. Ein Abschluss einer weiteren Versicherung ist also optional. Da man als Student in der Regel wenig Geld zur Verfügung hat, solltest du dir genau überlegen welche Versicherung für dich möglicherweise zusätzlich infrage kommt.

Hilfe bei der Wahl der richtigen Versicherung kann ein unabhängiger Versicherungsmakler bieten oder die Verbraucherzentrale. Auch ein Gespräch mit deinen Eltern kann dir bei der Entscheidung eine zusätzliche Versicherung abzuschließen helfen.



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