Kosten und Studienfinanzierung

Wie aufregend: Dein Studium startet in Kürze und du wagst einen großen Schritt in die Selbstständigkeit. Hast du bei all dem auch die Kosten und die Studienfinanzierung für das Psychologie Studium bedacht? Wir geben dir einen Überblick über die Kosten und welche Finanzierungsmöglichkeiten du hast.

Zum ersten Mal ein selbstständiges Leben fernab von zu Hause zu führen, ist ein großer Schritt und mit vielen Herausforderungen verbunden. Auf einmal musst du dich um Sachen kümmern, die zu Hause immer selbstverständlich waren. Gerade in finanzieller Hinsicht kommt Einiges auf dich zu. Miete, Nebenkosten, Lernmaterial, Lebensmittel und zu der ein oder anderen Party willst du vielleicht auch gehen. Welche Kosten genau auf dich zukommen und welche Möglichkeiten du hast, sie zu finanzieren, das verraten wir dir in diesem Artikel.

Kosten und Studienfinanzierung: Infos & Tipps

Kosten im Studium: Das kommt auf dich zu

Dein Konto ächzt unter den neuen Lasten: Deine Euphorie über den neuen Lebensabschnitt weicht der Ernüchterung, denn plötzlich siehst du, wie wenig von deinem Geld übrigbleibt. Jetzt, wo du studierst, kommen viele Kosten auf dich zu. Du zahlst Miete und Nebenkosten, unter Umständen Studiengebühren, Semesterbeiträge, Lebensmittel, Kleidung, Lernmaterial … Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen. Und tatsächlich sind Studenten nicht gerade bekannt dafür, dass sie ein luxuriöses Leben führen.

Im Sommersemester 2016 lagen laut Studentenwerk.de die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten eines Studenten bei 819 Euro. Das ist eine ordentliche Stange Geld und der ein oder andere möchte ja auch gerne ein paar Euros beiseitelegen.

Im Folgenden führen wir dir die wichtigsten Kosten auf, die im Psychologie Studium auf dich zukommen. So ein Überblick ist sehr praktisch, denn mit dessen Hilfe kannst du einen persönlichen monatlichen Kostenüberblick zusammenstellen, damit du deine Ausgaben im Auge behältst.

Studiengebühren

Die meisten Universitäten bieten ein Psychologie Studium an. Wenn du dich an einer Universität oder Fachhochschule eingeschrieben hast, entfallen die Studiengebühren (beide werden vom Staat subventioniert), und du zahlst in der Regel einen kleinen Semesterbeitrag. Aber Psychologie wird auch von vielen privaten Einrichtungen angeboten und dort fallen Studiengebühren an. In diesem Fall sind monatliche Beträge von durchschnittlich zwischen 300 und 670 Euro nicht unüblich. Zudem erheben einige Bildungseinrichtungen zusätzlich einmalige Kosten für die Einschreibung (z.B. 100 Euro) oder Prüfungen (z.B. 900 Euro).

Miete

Die Miete samt den Nebenkosten ist der größte Kostenfaktor. Laut Studentenwerk.de werden rund 37 Prozent der Einnahmen dafür ausgegeben. Doch Achtung: Besonders dein Wohnort hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Miete. In Großstädten wie München, Hamburg, Köln oder Frankfurt herrscht regelrechte Wohnungsnot, entsprechend hoch sind die Mieten. Eine gute Möglichkeit für dich als Student sind eine WG oder Studentenwohnheime.

Kleidung

Studenten geben rund 55 Euro im Monat für neue Kleidung aus. Vielleicht erscheint dir das wenig, aber im Zweifel hast du an anderer Stelle etwas mehr Geld zur Verfügung, das du abzwacken kannst.

Versicherungen

Versicherungen sind auch so ein Kostenfaktor, den man vor dem Studium nicht auf dem Schirm hat. Den Beitrag für eine Krankenversicherung zahlst du tatsächlich erst ab 25 Jahren selbst – bis zu deinem 25. Lebensjahr bist du bei der gesetzlichen Krankenkasse über deine Eltern mitversichert, ab dem 25. Lebensjahr musst du dich selbst versichern. Für Studenten gibt es in der Regel ermäßigte Beiträge.

Welche weiteren Versicherungen du abschließen möchtest, solltest du dir gut überlegen. Hausrat-, Haftpflicht- oder Lebensversicherung sind gesetzlich nicht vorgeschrieben. Welche Versicherungen brauchst du wirklich und welche sind weniger sinnvoll für dich? Hier kannst du bares Geld sparen.

Semesterbeiträge

Semesterbeiträge werden einmal im Semester an jeder Uni fällig. Sie setzen sich zusammen aus Verwaltungskosten, einem Beitrag für das Studentenwerk und dem Semesterticket. Mit dem Semesterticket kannst du je nach Geltungsbereich kostenlos Busse und Bahnen nutzen. Je nach Uni liegen die Semesterbeiträge zwischen 100 und 300 Euro. In seltenen Fällen werden auch an Unis und FHs einmalig Einschreibe- oder Verwaltungsgebühren fällig.

Lebensmittel

Zuhause war der Kühlschrank immer gefüllt, jetzt musst du selber einkaufen gehen und merkst: Auch das macht sich auf dem Konto bemerkbar. Du solltest zwischen 150 und 200 Euro im Monat für Essen einplanen. Entscheidend ist natürlich auch, ob du ein großer männlicher Student mit großem Hunger bist oder eine kleine Studentin, die eher weniger verdrückt.

Unser Tipp: Mensaessen ist günstig und weitaus besser als sein Ruf! Im Internet gibt es mittlerweile sogar Rankings zu diesem Thema. Auch selber Kochen macht sich positiv in deinem Geldbeutel bemerkbar.

Lernmaterial

Für ein Psychologie Studium brauchst du natürlich Bücher und anderes Lernmaterial. Die Höhe der Kosten kann hier ganz unterschiedlich sein, ist aber nicht unerheblich.

Unser Tipp: In der Bibliothek kannst du dir sicher einige Bücher ausleihen oder die Texte, die du benötigst, legal rauskopieren oder einscannen. Die Bibliotheken bietet hierfür extra Kopier- und Scangeräte an. Das ist eine gute Alternative zu teuren Büchern, wenn das Geld knapp ist.

Freizeit

Die Freizeit soll in einem Studentenleben natürlich nicht zu kurz kommen! Im Schnitt solltest du zwischen 50 und 100 Euro für deine Freizeitgestaltung einplanen. Ob Kino, Sport, was Trinken gehen oder außergewöhnliche Hobbys: Wie du deine Freizeit verbringst, ist ein sehr individueller Kostenfaktor.

All die genannten Kosten können nur exemplarisch sein. Bedenke auch weitere Kosten wie Smartphone, Handyrechnung und so weiter.

Die persönliche finanzielle Situation ist bei jeden anders. Vielleicht hast du einen ganz anderen Lebensstil als deine Kommilitonen. Sekt oder Selters, Fahrrad oder Cabriolet, Schlafsack oder Himmelbett? Die Antwort liegt bei dir und welche finanziellen Spielräume du hast.

Noch ein Tipp von uns: Als Student bekommst du viele Vergünstigungen. Halte die Augen und Ohren offen, welche Angebote zum Beispiel die Stadt dir bietet, Kultureinrichtungen, Gastronomie oder Unternehmen. Außerdem kannst du dich auch von GEZ-Gebühren befreien lassen.

Studienfinanzierung: Das sind deine Möglichkeiten

Vielleicht mag dir das alles sehr viel erscheinen: Doch mach dir keine Sorgen! In Deutschland soll jeder das Recht auf Bildung beziehungsweise ein Studium haben. Deswegen gibt es verschiedene Wege, wie du Kosten und Studienfinanzierung bewältigen kannst.

Familie

Die erste Anlaufstelle kann deine Familie sein. Deine Eltern oder Großeltern sind möglicherweise in der Lage, dich finanziell zu unterstützen. Wenn dem so ist, besprich mit ihnen, wie sie dir helfen können. Vielleicht in Form der Semesterbeiträge, der Miete oder Lebensmittel?

Unser Tipp: Bis zu deinem 25. Lebensjahr steht dir - beziehungsweise deinen Eltern - Kindergeld zu. Das ist dazu gedacht, Familien eine kleine Finanzspritze für jedes Kind zu geben. Deine Eltern können dir diesen Betrag auf dein Konto überweisen, wenn du während des Studiums nicht zu Hause wohnst. Wie hoch ist das Kindergeld? Für das erste und zweite Kind gibt es 192 Euro pro Monat. Das dritte Kind erhält 198 Euro und ab dem vierten Kind wird ein Betrag von 223 Euro monatlich ausgezahlt.

BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)

Rund ein Viertel aller Studenten erhält BAföG und vermutlich wissen viele andere Studenten gar nicht, dass sie einen Anspruch darauf haben. Oder sie scheuen den Gang zum BAföG-Amt wegen des lästigen Formular-Kampfes. Doch es lohnt sich, einen Antrag zu stellen! Denn das BAföG ist dazu gedacht, jedem den Bildungsweg finanziell zu ermöglichen, sofern die Eltern dazu nicht in der Lage sind.

Das BAföG ist ein zinsloses Darlehen vom Staat und du musst nur die Hälfte davon zurückzahlen. Hast du jahrelang den derzeitigen Höchstsatz von 735 Euro bezogen, brauchst du trotzdem nur maximal 10.000 Euro an den Staat zurückzahlen. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre, nachdem du dein Studium beendet hast. Solltest du nach fünf Jahren vielleicht eine finanzielle Durststrecke erleben, hast du in der Regel die Möglichkeit, die Rückzahlung um zwei Jahre nach hinten zu verschieben.

Studentenjob

Ein Studentenjob macht dich zwar nicht reich, aber 400 Euro im Monat mehr ist doch schon was! Natürlich ist es auch eine Frage, wie viel Zeit dir dein Psychologie Studium lässt. Auswahl an Jobs gibt es auf jeden Fall viel und vielleicht findest du einen Arbeitgeber, der dir mit den Stunden und Arbeitszeiten entgegenkommt.

Unser Tipp: Sofern es dir möglich ist, suche dir einen Job, der im weitesten Sinne mit dem Bereich Psychologie zu tun hat. Oft wird dir diese erste praktische Erfahrung bei dem Karrierestart helfen.

Studien-/ Bildungskredit

Eine weitere Möglichkeit, dein Psychologie Studium zu finanzieren, ist der Studien- bzw. Bildungskredit. Den Bildungskredit kannst du bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) beantragen. Du hast die Wahl zwischen einer monatlichen Summe zwischen 100, 200 und 300 Euro. Die Höchstgrenze des Kredits liegt bei insgesamt 7200 Euro (bei Höchstsatz von 300 Euro für 24 Monate). Der Bildungskredit ist ein fairer Kredit, der sich auch durch niedrige Zinsen bei der Rückzahlung auszahlt. Die Rückzahlung beginnt vier Jahre nach der ersten Auszahlung. Anders als beim BAföG kannst du diese nicht nach hinten verschieben.

Natürlich hast du auch die Möglichkeit, einen Studienkredit bei einem anderen Bankinstitut zu beantragen. In diesem Fall solltest du dich aber über die Konditionen informieren. Oftmals sind die Zinssätze sehr hoch – denn der finanziellen Spritze zum Trotz: Auch die Banken wollen Geld verdienen. Die meisten Kreditanbieter sind zwar seriös, aber die ein oder andere Ausnahme kann es eben doch geben.

Stipendium

Überspring diesen Absatz nicht beim Lesen, weil du denkst, ein Stipendium wäre nur was für Hochbegabte. Mitnichten! Wusstest du, dass es in Deutschland zahlreiche Stipendien gibt, die nur darauf warten, einen Abnehmer zu finden? Sie richten sich nicht nur an die Mega-Intelligenten, sondern auch an Normalos, die sich zum Beispiel ehrenamtlich engagieren.

Wie die Leistungen des Stipendiums aussehen, ist ganz unterschiedlich und hängt von der Organisation ab. So kann es vom Büchergeld bis hin zur Komplettfinanzierung deines Psychologie Studiums reichen.

Es lohnt sich definitiv, dich weiter zum Thema Stipendium zu informieren, du wirst definitiv überrascht sein, was es alles gibt. Nur ein Beispiel: Diversitätsstipendien – also „Stipendien fürs Anderssein – die Anti-Streber-Stipendien“.

Auf diesen Seiten kannst du dich weiter schlau machen:

Unser Fazit

Ein Studentenleben zu finanzieren, kann durchaus eine Herausforderung sein. Aber es gibt viele Möglichkeiten für dich, dein Studium zu stemmen. Auch wenn der Gang zum Amt lästig und das Ausfüllen von Formularen ermüdend sein mag: es lohnt sich. Und die Ämter oder Banken um Hilfe zu bitten, ist nicht schlimm. Dazu sind sie da!

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