Sozialpsychologie Studium

Du findest es spannend zu erforschen, wie sich Menschen im sozialen Umfeld verhalten und wie sie sich gegenseitig beeinflussen? Das spannende Feld der Sozialpsychologie beschäftigt sich mit diesen Fragen und wird in vielen klassischen Anwendungsgebieten der Psychologie eingesetzt. Bei uns erfährst du mehr über das Sozialpsychologie Studium.

Die Sozialpsychologie ist eine Teildisziplin der Psychologie und beschäftigt sich mit dem individuellen und kollektiven Erleben und Verhalten in einer Gruppe oder einer anderen sozialen Situation.

Geht es um das Individuum, also um das Erleben und Verhalten einer einzelnen Person, beschäftigt sich die Sozialpsychologie zum Beispiel mit der Verarbeitung von sozialen Informationen (Bin ich ein Teil der Gruppe oder Außenseiter, werde ich diskriminiert oder diskriminiere ich andere?) sowie damit, welchen Einfluss das soziale Umfeld auf den Einzelnen hat und wie das eigene Verhalten in großen Gruppen oder gegenüber einer vertrauten Person ist. Bei den Forschungen und Beobachtungen muss immer berücksichtigt werden, dass jede soziale Situation rein subjektiv betrachtet wird, was auf den Charakter des Individuums zurückzuführen ist.

Geht es um das Verhalten einer Gruppe, dann werden Dynamik und Struktur unter die Lupe genommen. Dabei wird auch immer erforscht, wie sowohl die Gruppe an sich, Struktur sowie Dynamik entstehen, nämlich zum Beispiel durch gemeinsame Interessen oder Werte.

Da es kaum einen Lebensbereich gibt, der keine soziale Interaktion hat, gibt es innerhalb der Psychologie sehr viele Bereiche, in denen die Sozialpsychologie angewendet wird.

Da es sich bei der Sozialpsychologie um eine Teildisziplin handelt, kommt sie in der Regel in so gut wie allen Psychologie-Studiengängen vor, wird aber im Prinzip sehr selten als eigenständiger Studiengang angeboten. Aber Studiengänge wie "Kulturelle Beziehungen und Migration", "Social Sciences – Kommunikationswissenschaften", "Psychoanalytische Kulturwissenschaften" oder "Social und Health Psychology" kommen der Sozialpsychologie sehr nahe.

Wusstest du, dass ...

... der durchschnittliche Zeitraum, in dem eine Frau ein Geheimnis für sich behalten kann, bei 47 Stunden und 15 Minuten liegt?

... wir Schmerzen weniger stark spüren und weniger leider, wenn wir einen geliebten Menschen an der Hand halten?

... Menschen mit hoher Intelligenz weniger Freunde haben? Je klüger wird sind, desto wählerischer sind wir.

... es schädlich ist, zu lange in der Einsamkeit zu leben? Angeblich ist es ebenso schädlich wie 15 Zigaretten pro Tag zu rauchen.

Alle Infos zum Sozialpsychologie Studium

Studieninhalte Bachelor

Wie denken Menschen über andere? Wie beeinflussen sie einander im Denken und Handeln? Und in welcher Beziehung stehen Menschen zueinander? Worin liegt der Anfang begründet? Wo sind die Unterschiede zwischen Individuum und Gruppe? Kernthemen der Sozialpsychologie sind Einstellungen und Vorurteile, soziale Identität, Personenwahrnehmung, aber auch soziale Einflüsse, die auf Entscheidungen einwirken in politischen oder wirtschaftlichen Strukturen.

Die Sozialpsychologie beschäftigt sich auch mit den ganzen Tiefen und Untiefen menschlicher Emotionen und Verhalten: Hass, Liebe, Freundschaft, Mitgefühl, Konflikte, Aggressionen, Macht und so weiter.

Auf all diese Bereiche sollst du natürlich auch im Studium vorbereitet werden. Vorlesungen und Seminare bieten dir einen guten Einblick in diese vielfältige Thematik der Sozialpsychologie.

Inhalte können sein:

  • Grundlagen der Sozialpsychologie
  • Grundlagen der Psychologie
  • Wissenschaftlicher Zugang und Methoden
  • Diversity Training und Biographiearbeit
  • Kulturelle Fragestellungen

Studieninhalte Master

Möchtest du einen Master in Sozialpsychologie machen, stehen dir auch Studiengänge mit verschiedenen Bezeichnungen zur Auswahl. Oder du entscheidest dich, ein klassisches Psychologie Studium fortzuführen und im Master den Schwerpunkt auf Angewandte Sozialpsychologie zu legen. "Angewandt" bedeutet in diesem Fall wirklich nah am praktischen Leben und weniger theoretisch und methodisch.

Schwerpunkte können zum Beispiel sein:

  • Aggression
  • Konsumverhalten
  • Sozialer Einfluss
  • Sozialpsychologie und Gesundheit
  • Politische Psychologie
  • Psychoanalyse

Neben dem erwirbst und vertiefst du deine Kompetenzen in wissenschaftlichen Methoden, Diagnostik, Intervention oder auch Moderation- und Präsentationstechniken.

Bachelor

  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder einen gleichwertig anerkannten Abschluss
  • Studium ohne Abitur auch möglich
  • Fachhochschulreife
  • Teilweise NC (wenn du dich auf ein Psychologie Studium mit Schwerpunkt Sozialpsychologie bewirbst)

Master

  • Erfolgreicher Bachelorabschluss in Psychologie oder einem vergleichbarem Fach
  • Fehlende Credit Points und Kompetenzen können nachgeholt werden durch ein praktisches Semester oder ein Modul
  • Teilweise persönliches Aufnahmegespräch, Feststellung der Qualifikation und örtliches Auswahlverfahren
  • Teilweise Bachelorabschlussnote nicht schlechter als 2,8

Persönliche Voraussetzungen

  • Interesse am Menschen mit all seinen Motivationen, Beweggründen und Verhaltensweisen
  • Gute Englischkenntnisse
  • Analytische Fähikeiten
  • Mathematisches Verständnis (viele Forschungen und Methoden basieren auf statistischen Grundlagen)

Dauer und Verlauf

Bachelor

Dauer: sechs bis sieben Semester
Abschluss: Bachelor of Science
Praxisphase: zwölf Wochen Praktikum oder ein Praxissemester

Zu Beginn deines Studiums lernst du die Grundlagen der Psychologie kennen, welche im Laufe deines Studiums vertieft und erweitert werden. In der Regel kannst du ab dem dritten oder vierten Semester eigene Schwerpunkte legen, zum Beispiel auf die Sozialpsychologie. Am Ende deines Studiums schreibst du deine Bachelorarbeit.

Master

Dauer: drei bis vier Semester
Abschluss: Master of Science
Praxisphase: kommt auf die Hochschule an

In der Regel ist das Masterstudium für den Teilbereich der Sozialpsychologie oder bei vergleichbaren Fächern eher praktisch und alltagsnah angelegt. Ähnlich wie im Bachelorstudium kannst du eigene Schwerpunkte legen und den Bereich vertiefend studieren, der dich am meisten interessiert. Praxisphasen können durchaus vorkommen, sind aber keine Pflicht im Masterstudium.

Studienformen

Das Studium kannst du hauptsächlich in Vollzeit absolvieren. In seltenen Fällen, welche dann aber nur den Master betreffen, kannst du das Studium berufsbegleitend beziehungsweise in Teilzeit absolvieren. Kaum zu finden ist das duale Studium. Psychologie wird in der Regel aber ohnehin nicht als duales Studium angeboten.

Karriere nach dem Sozialpsychologie Studium

Nach deinem Studium bist du fachlich sehr breit aufgestellt und da es kaum Lebenslagen gibt, in denen man keine soziale Interaktion hat, gibt es für dich natürlich viel Potenzial. Als Sozialpsychologe kannst du in folgenden typischen Branchen tätig sein:

  • Sozialämter
  • Einrichtungen im Sozialwesen, z.B. Jugendhilfe
  • Unternehmensberatung
  • Werbeagenturen
  • Berufliche Erwachsenenbildung

Aber wie sieht deine Arbeit genau aus, abgesehen davon, dass du soziale Situationen, das Individuum und Gruppen beobachtest?

Aufgrund der Beobachtungen und Diagnosen, die du machst, gehört es zu deinen Aufgaben, soziale Konflikte oder zwischenmenschliche (Verständigungs)Probleme zu schlichten und zu beheben. Bei Treffen besprichst du mit deinen Patienten zum Beispiel, wo die Ursachen bestimmter Konflikte liegen und ermutigst sie, ihre eigene Verhaltensweise zu überdenken.

Mögliche Aufgabenbereiche eines Sozialpsychologen im Überblick:

  • Anti-Gewalt-Training mit Jugendlichen
  • Jugend- und Familienhilfe bei Schwierigkeiten im Elternhaus
  • Trainer und Coach für Moderation, Teamentwicklung, Kommunikation uvm.
  • Lehrveranstaltungen an Unis, FHs und Akademien
  • Psychodiagnostische Maßnahmen zur Analyse von Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten oder Krankheiten
  • Beratende Tätigkeit bei Erziehungsproblemen, Eheproblemen, Probleme am Arbeitsplatz oder sonstigem sozialen Umfeld
  • Das Verhalten von Medienkonsumenten untersuchen und beleuchten, wie die Wirkung von Werbeaktionen ist
  • Psychische Strukturen und Prozesse untersuchen, zum Beispiel in den Bereichen Denken, Verhalten, Lernen oder Wahrnehmung

Durch deine Arbeit hilfst du außerdem dabei, Führungsqualitäten zu optimieren, soziale Phobien zu bekämpfen, soziales Lernen und die Entwicklung sozialer Kompetenzen zu fördern und auch im Rechtsbereich kannst du tätig sein, indem du zum Beispiel die Glaubhaftigkeit von Zeugen im Gericht beurteilst.

Gehalt

Wenn du wissen möchtest, was du nach deinem Studium in etwa verdienen wirst, solltest du dich am Gehalt eines Psychologen orientieren – da die Sozialpsychologie ja eine Teildisziplin der Psychologie ist. Und wir sagen bewusst "orientieren", da die Gehaltsangaben nie verbindlich sind. Wie hoch dein Gehalt sein wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Etwa davon, ob du nach Tarif bezahlt wirst, ob du selbstständig bist, wie groß dein Arbeitgeber ist und in welcher Stadt / in welchem Bundesland du arbeitest.

Generell kannst du als festangestellter Psychologe mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2.500 und 3.200 Euro brutto im Monat rechnen. Mehr Infos und Gehälter findest du in unserer großen Gehaltstabelle.

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