Unterschied Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater

Du interessierst dich für einen psychologischen Beruf im Gesundheitswesen. Psychologe, Psychotherapeut oder Psychiater – das ist hier die Frage! Alle drei Begriffe werden oft synonym verwendet, doch das ist falsch. Was macht eigentlich ein Psychologe, was ist ein Psychotherapeut und wie wird man Psychiater? Wir erklären dir die drei Berufsbilder und wo ihre Unterschiede liegen!

Für Anfänger sind sie oft leicht zu verwechseln: Die unterschiedlichen Berufsbezeichnungen in der Psychologie. Psychotherapeut, Psychologe, Psychiater – was bedeutet das eigentlich? Sind es nur unterschiedliche Bezeichnungen für ein und den selben Job? Oder sind es doch ganz abweichende Berufe mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern? Kannst du jeden Beruf mit einem Psychologie Studium ausüben oder brauchst du je nach Job eine spezielle Qualifikation oder Ausbildung?

Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Artikels, denn alle Begriffe und Berufe hängen eng mit der Psychotherapie zusammen und meinen doch unterschiedliche Tätigkeitsbereiche. Im Folgenden gehen wir den Aufgaben von Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiatern näher auf den Grund und erklären dir, mit welchem Studium du welchen Weg einschlagen kannst.

Was macht ein Psychologe?

Der Begriff "Psychologe" ist rechtlich geschützt und darf nur von Leuten getragen werden, die zuvor ein Psychologie Studium mit Bachelor oder Master abgeschlossen haben. Dadurch wirst du zwar zum Psychologen, darfst aber noch keine psychischen Erkrankungen behandeln. Als Psychologe kannst du anschließend eine Ausbildung zum Therapeutenabsolvieren, um später psychisch kranken Menschen helfen zu können.

Als Psychologe bist du kein Arzt und darfst somit weder Therapien durchführen noch Medikamente verschreiben. Du kannst aber auch ohne Therapeuten-Ausbildung in vielen Arbeitsfeldern tätig sein. Psychologen sind auch in der Wirtschaft, dem Marketing, der Werbung, unterschiedlichen Beratungsstellen oder dem Gesundheitswesen gefragte Experten. Mit einem pädagogischen Schwerpunkt kannst du als Schulpsychologe arbeiten oder als Rechtspsychologe in den juristischen Bereich gehen.

Neben der Diagnostik gehört auch die psychologische Beratung zu den grundlegenden Aufgaben von Psychologen, egal in welcher Branche.

Was macht ein Psychotherapeut?

Die Berufsbezeichnung Psychotherapeut ist die Kurzform für Psychologischer Psychotherapeut. Zu diesem wirst du, wenn du nach einem Psychologie Studium mit Master-Abschluss noch eine mehrjährige Therapeuten-Ausbildung absolvierst. Erst danach kannst du einen Antrag auf Approbation (staatliche Zulassung zur Ausübung eines Heilberufes) stellen und darfst Patienten mit ihren psychischen Problemen behandeln. Aus diesem Grund ist diese zusätzliche Ausbildung nach dem Studium unerlässlich für die spätere Arbeit als Therapeut. Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist übrigens im Psychotherapeutengesetz geregelt.

Als Psychotherapeut bist du für alle Störungen und Erkrankungen zuständig, die mit Hilfe von Therapien, Gesprächen und speziellen Übungen behoben werden können. Dazu gehören zum Beispiel Zwänge, depressive Stimmungen, Sucht oder Komplexe. Man unterscheidet dabei noch zwischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und Psychologischen Psychotherapeuten für Erwachsene.

Was macht ein Psychiater?

Ein Psychiater ist ein Facharzt für Psychiatrie oder Psychotherapie. Als Psychiater hast du somit ein Medizinstudium abgeschlossen und bist Arzt. Nach deinem Medizinstudium musst du eine Facharzt-Weiterbildung absolvieren, um für den Bereich der Psychiatrie oder Psychotherapie zugelassen zu werden. Als ausgebildeter Psychiater beschäftigst du dich mit der medizinischen Diagnose, Behandlung und Erforschung von psychischen Erkrankungen und bist zudem befugt, deinen Patienten als Hilfe für ihre Probleme Medikamente zu verschreiben.

Als Psychiater kümmerst du dich hauptsächlich um die körperliche Diagnostik und Behandlung von psychisch kranken Menschen. Dabei stellst du körperliche und medizinische Ursachen für psychische Erkrankungen und Störungen fest und versuchst diese durch die Behandlung mit Medikamenten zu beheben. Ein Psychiater bietet nur selten eine Psychotherapie an.

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