Interviews mit Berufstätigen: Personalentwicklung

Welche Berufe kann man nach einem Studium der Psychologie eigentlich ergreifen? Wo sind Berufsfelder und wie sehen einzelne Tätigkeiten und Aufgabenbereiche von Psychologen aus? Wir bringen mit Hilfe von Studienabsolventen Licht ins Dunkel.

Im nachfolgenden Interview berichtet Sonja C., Referentin Personalentwicklung, von ihren beiden Aufgabenfeldern Personalentwicklung und Diagnostik. Zudem beschreibt sie, warum man sich für die Berufswahl Zeit nehmen sollte und was sie Studierenden rät, die im gleichen Berufszweig arbeiten wollen.

Personalentwicklerin

Sonja C.

Psychologie an den Universitäten Gießen und Köln

Referentin Personalentwickung und Diagnostik

Personalentwicklerin
Personalentwicklerin

Liebe Sonja C., Sie haben Psychologie an den Unis Gießen und Köln studiert. Warum haben Sie sich für dieses Studienfach entschieden und was hat Sie an dem zukünftigen Berufsfeld gereizt?

Ich fand und finde es immer noch sehr faszinierend, mich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen zu beschäftigen, Erklärungen zu suchen und Vorhersagen aufzustellen.

Ich fand und finde es immer noch sehr faszinierend, mich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen zu beschäftigen, Erklärungen zu suchen und Vorhersagen aufzustellen. Das Studium war von Anfang bis Ende wahnsinnig spannend. Die Aussicht, dieses Interesse danach zum Beruf zu machen, war für mich sehr reizvoll, auch wenn ich zu den Berufsfeldern anfangs noch nicht viel wusste.

Heute arbeiten Sie als Referentin in der Personalentwicklung. Was können wir uns unter Ihrem Beruf vorstellen?

Man muss sich als Berufseinsteiger bewusst werden, dass vieles aus dem Studium in der Praxis anders umgesetzt wird. Beispielsweise der inhaltliche Anspruch an den Einsatz diagnostischer Instrumente prallt da schon mal auf die pragmatische Unternehmensrealität.

Ich bin Personalentwicklerin und habe im Grunde zwei Bereiche in meinem Job:

  • Ich betreue einen Geschäftsbereich in allen Personalentwicklungsfragen: d.h. ich führe Trainings, Coachings und Workshops durch, betreue ein Führungskräfteentwicklungsprogramm und bin in Projekten tätig, die sich beispielsweise mit dem Thema beschäftigen, wie wir als Arbeitgeber attraktiver sein können etc.
  • Mein zweiter Aufgabenbereich umfasst das gesamte Thema Diagnostik, ist also direkt mit meinen Hintergrund als Psychologin verknüpft. Als Mitarbeiterin in einem nationalen PE-Team bin ich für die Konzeption und Durchführung von Development und Assessment Centern für verschiedene Zielgruppen verantwortlich, schule Anwender von Einstellungstests und begleite bspw. den Einsatz neuer Persönlichkeitstests im Unternehmen.

Mein Job ist durch diese beiden Bereiche und die nationale Rolle sehr abwechslungsreich und reizvoll. Für mich ist es auch großartig, dass ein erheblicher Teil meines Jobs mit meinem fachlichen Hintergrund zu tun hat. Allerdings muss man sich als Berufseinsteiger bewusst werden, dass vieles aus dem Studium in der Praxis anders umgesetzt wird. Beispielsweise der inhaltliche Anspruch an den Einsatz diagnostischer Instrumente prallt da schon mal auf die pragmatische Unternehmensrealität. Das berichten viele meiner ehemaligen Kommilitonen und ich finde es nach wie vor schwer, sich damit abzufinden.

Toll wiederrum ist, dass man als Psychologe in großen Unternehmen als absoluter Experte wahrgenommen wird. Ich habe oft den Eindruck, dass wir sehr respektierte „Exoten“ sind, die immer anerkannter werden.

Wie und weshalb haben Sie sich für dieses Berufsfeld entschieden?

Mich hat mein erstes Praktikum im 5. Semester in einer psychologischen Unternehmensberatung darauf gebracht, in die Arbeits- und Organisationspsychologie / Wirtschaftspsychologie zu gehen. Danach habe ich dort noch drei Jahre als Freelancer gearbeitet und mir so das Studium verdient.

Mir gefällt am wirtschaftlichen Bereich, dass pragmatisch und anwendungsorientiert gearbeitet wird (was meiner Persönlichkeit sehr entgegenkommt). Eine Therapeuten-Ausbildung kam für mich nicht in Frage, da mich die lange Zeit des erneuten Studierens mit katastrophaler Bezahlung abgeschreckt hat. Alternativ dazu habe ich eine Trainer- sowie eine Coaching-Ausbildung gemacht und arbeite nun sehr gern als Coach.

Wenn jemand den gleichen Karriereweg wie Sie einschlagen möchte – was würden Sie ihm/ ihr raten?

Ich würde ihm raten, soviel wie es nur geht in die Praxis zu schauen: Praktika, idealerweise Nebenjobs mit Psychologiebezug während des Studiums, kleine Kooperationen mit Unternehmen, Bachelorarbeit mit hohem Praxisbezug … So knüpft man Kontakte und erlangt konkrete Vorstellungen von den Vor- und Nachteilen des Berufsfeldes.

Ich selbst habe auch ungemein von einer Trainer- und Coaching-Ausbildung profitiert: dort habe ich Grundlagen gelernt, die mir im Studium eigentlich gefehlt haben. Und auch wenn viele Universitäten das Gegenteil propagieren: man sollte sich meiner Meinung nach Zeit lassen dabei, den richtigen Job und seine eigenen Präferenzen zu finden!

In meinem Unternehmen bewerben sich immer wieder Interessenten für Trainee-Stellen, die sehr wenig Vorstellungen von ihren eigenen Stärken und Wünschen haben. Raum für persönliche Entwicklung kommt im heutigen Studium meines Erachtens zu kurz. Aber ich bin zuversichtlich, dass Unternehmen immer weniger auf straffe Lebensläufe achten werden und beispielsweise ein Jahr Freiwilligendienst oder Auslandspraktikum immer mehr schätzen werden.

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